Reden wir übers Sterben

IMG_3496„Reden wir übers Sterben“ heißt der Titel im info3-Heft aus dem März 2015. Aus aktuellem Anlass hab ich mir mal wieder ein bisschen Literatur vorgeknöpft und bin an dieser Ausgabe hängengeblieben.

Übers Sterben reden meint hier: wir trauen unsinfo3-magazin-3-2105 mit dem Sterbenden über sein Sterben zu reden. Wir lassen ihm das Sterben und sagen nicht mit froher Miene: „Das wird schon wieder“. Zum Sterben in Würde gehört, darüber reden zu können. Denn sonst fühlt sich ein Mensch in seinen letzten Tagen nicht ernst genommen und sagt vielleicht: „Die verstehen mich nicht!“ und will dann vielleicht gar keine Angehörigen oder Freunde mehr sehen und lieber alleine sterben mit den Menschen, dem Pflegepersonal, das eingeweiht ist und versteht.

Die Autorin des Artikels, Barbara Chaloupek, rechechiert und stellt fest: „Tatsächlich ist es das, was sich viele Sterbende wünschen und was ihnen von den Angehörigen verwehrt wird: über das zu sprechen, was sie am meisten beschäftigt. „Der Mann will es nicht wahrhaben“.

Sehr schön finde ich die Sätze von Christof Schligensief, der 49-jährig an Lungenkrebs starb. In einem Fernsehinterview sagte er:

„Ich wär sautraurig, wenn ich gehen müsste. Also, das wäre das Allerallerletzte. Ich hab da a) keinen Bock drauf und b) ich find‘ das so sensationell hier!“

So wie es ihm erging, so wird es wohl allen gehen, die dem eigenen Tod gegenüberstehen. Man kämpft und ringt und rüstet sich für den letzten Marsch. Es ist eine Schwelle wie die Geburt, schreibt die Autorin. An dieser Schwelle warten vielleicht schon Menschen (die Toten), die wir gemocht haben.

„Es ist an der Zeit, die Sterbeperiode als Geschenk zu nehmen.“ Die Autorin ermutigt uns, dass wir uns nichts vorspielen müssen. „Vor allem ist das Sterben auch ein Moment der Wahrheit und Wahrhaftigkeit“ liest man auf der Website von www.palliativ-portal.de.

info3-Heft März 2015.

Buchtipp: Herrn Preindls Sterbe-Etüden. Eine Ermutigung.

DownloadedFile-16

Ich bin begeistert über diesen Buchtipp in der aktuellen info3: Wie wollen wir sterben?

Herrn Preindls Sterbe-Etüden hat der Psychotherapeut Mathias Wais geschrieben. Ausgehend von der Frage: Was tue ich, denke ich, mache ich, wenn ich noch ein halbes Jahr zu leben habe? – beschreibt der Held, Herr Preindl, verschiedene Szenarien, auch mit roter Clownsnase.

Herr Preindl stellt es sich immer wieder anders vor. Er fantasiert, er übt ein, was bekanntlich niemand ausprobieren kann: den eigenen Tod.

Ulrich Meier, der das Buch vorstellt, verspricht uns bei der Lektüre ernsthaften Humor, Realismus und Witz. „Auf diese Weise eröffnen sich bem Nachlesen der Preindl’schen Fantasien Aussichten auf einen Lebensabschied, der bis zuletzt vom Leben selbst erfüllt sein kann“.

Jawoll. Was wollen wir mehr? Steht ab sofort auf meiner Bücher-kauf-Liste. Ulrich Meier meint, dies ist das originellste Buch über den Tod, das er kennt.

Das aktuelle Heft von info3: Wie wollen wir sterben?

I3-2015-03-160Das aktuelle anthroposophische Magazin von info3 beschäftigt sich mit dem Thema:

Wie wollen wir sterben?

Hat mir eine aufmerksame Leserin heute empfohlen. Hab ich eben bestellt. März-Ausgabe info3.

Danke, Sabine :-).