Sarah Connor: Das Leben ist schön (2015)

Ein heißer Sommertag im August 2022. Einige Menschen in dunkler, so ganz und gar dem Wetter unangepasster Kleidung steigen aus der U-Bahn Implerstraße in München-Sendling. Allein oder zu zweit folgen sie der Straße, biegen ab, auf dem Vorplatz der Sendlinger Himmelfahrtskirche gesellen sie sich zu anderen, die dort bereits warten. Einer davon ich. Wir begrüßen einander: Ehemalige Kollegen, Bekannte, Fremde. Es gilt Abschied zu nehmen von einem Kollegen mit dem ich zwanzig Jahre zusammengearbeitet habe. Zeitweilig haben wir Tür an Tür gesessen, viele Mittagspausen miteinander verbracht, auch Geschäftsreisen. 2019 ging er in Rente, 2022, nur drei Jahre danach, erreichte uns die Todesnachricht. Während der sehr emotionalen und sehr schön gestalteten Trauerfeier greift die Tochter ihre Gitarre und stimmt ein Lied von Sarah Connor an.

Mit ruhiger Stimme singt die junge Frau ein Lied, gefasst, zumindest in diesem Augenblick, für viele Trauergäste ist das der wohl ergreifendste, emotionalste Moment des Gottesdienstes.
Während die Tochter Zeile um Zeile von ihrem Vater Abschied nimmt und ihn auf ganz wunderbare Weise würdigt, schnürt es vielen von uns (noch einmal) das Herz zusammen. Weiterlesen

Schöne Tage diese Tage

dieses Bild ist in Richterswil entstanden … wir feiern Weihnachten in Frankfurt

„Schöne Tage diese Tage“ … so schreibt ein mir lieber alter Freund jedes Jahr am Heiligabend. Wenn er es vergisst, denke ich, jetzt ist er gestorben. Dieses Jahr hat er wieder dran gedacht: er lebt noch :-).

Auch an Heiligabend wird gestorben. Ein liebe Freundin meiner Mutter ist hochbetagt eingeschlafen und wird nächste Woche beerdigt.

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Und so geht die Zeit dahin …

Pause nachmittags.
Vom Packen und Organisieren …
Wir ziehen innerhalb von Richterswil um in eine kleinere Wohnung.
Mitte September.

die Musiker hab ich eben eingepackt

Ich dachte:
und so geht die Zeit immer in Etappen dahin und vorbei.
Und das ziemlich schnell.

Ich bereitete mich auf einen kleinen OP-Eingriff vor im Juli.
Dann gab es ein NACH DER OP.
6 Wochen Heilungszeit ohne Schwimmen und Radfahren.
Nun ist auch diese Zeit bald vorbei.

Wir unterschrieben einen Mietvertrag.
Nun können wir die Wohnung morgen übernehmen.
Wir werden unser Haus aufgeben … umziehen …
uns neu einrichten.

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Danke an diesem Ostermontag an alle Mitautor*innen

ECD9BD6B-788E-40EA-B2E9-0F03375DC827Ein herzliches Dankeschön an alle, die mitgeschrieben haben während unserer März-Blogaktion. Heute am Ostermontag passt das gut. Die Fastenzeit ist vorbei. Das Nachdenken über den Tod hat ein Ende … und die Frage wurde vielfach beantwortet, wo denn der Tod uns ins Bild/in unser Leben läuft.

Wir bedanken uns bei Anna-Lena, Lutz, Martina, Hiltrud, Bettina, Silke, Nicole und Anja. Danke fürs Mitschreiben. Ich glaube, Annegret strickt noch ein Exzerpt. Mal sehen wie sie Zeit hat. Weiterlesen

Silke: Wie mich der Tod motiviert zu leben

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von Silke … das ist sie beim Paragliding

Vor fünf Jahren, zwei Monate, drei Wochen und zwei Tagen starb meine große Schwester in unseren Armen. Einer der ersten klaren Gedanken, die ich danach hatte, war: „Und jetzt mache ich was Ordentliches aus meinem Leben!“ Was das sein sollte, wusste ich noch nicht und es sollte auch noch eine ganze Weile dauern, bis ich dazu die Kraft haben würde. Aber ich wusste, dass ich ab sofort selbst dafür verantwortlich sein würde, mich zu erden, mich daran zu erinnern, was wichtig ist und mich auf Kurs zu halten. Meine große Schwester, die dies bisher zuverlässig für mich erledigt hatte, war nicht mehr da. Oder doch noch da, aber anders.

Hier lest Ihr Silkes Beitrag.

Buchtipp: Den Tod muss man leben

Den Tod muss man leben von Angela Fournes

Dieses Buch ist mir gestern bei Facebook aufgefallen. Ich habe den Eindruck es ist sehr lesenswert. Das Cover gefällt mir schon mal gut: lebendig und bunt. Die Autorin ist in Mexiko aufgewachsen.

Und der Titel sagt, was ich denke: Wenn nicht jetzt, wann dann leben und die Dinge realisieren, die man realisieren kann und möchte? Und den Tod muss man leben mit Haut und Haaren und Wörtern und Liedern und Kunst.

Der Tod gehört zu unserem Leben dazu. Da hilft kein Klagen und Greinen und je bewusster wir uns das machen umso „einfacher“ können wir uns verabschieden von den Lieben und von unserem eigenen Hier-Sein auf dieser Welt – irgendwann.

Hier kannst Du Dich informieren.

Gesprächssplitter vom Death Café 4 in Richterswil

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Wie spricht man mit einem Sterbenden? Wie macht man das? Was redet man? Ich hab von Gott und der Welt erzählt. War das richtig?

Warum sind wir traurig, wenn jemand stirbt. Wir wissen doch, dass JEDER sterben muss. Der Tod gehört doch dazu. Warum also traurig sein? Vielleicht weil etwas offen geblieben ist ?

Gläubigen Menschen scheint es schwer zu fallen „einfach zu gehen“. Sie tun sich schwer und leiden oft wochenlang bevor sie dann endlich sterben … das ist für alle sehr belastend. Vielleicht ringen sie mit Gott? Sie haben vielleicht Angst? Vor was?

Ich bin noch nicht fertig mit dem, was ich tun will. Ich will jetzt noch nicht sterben! Erst wenn alles erledigt ist!

Ich könnte jetzt gehen. Ich hab alles erledigt. Ich fühle mich frei! Alles was jetzt kommt und ist, das ist eine Ergänzung. Das ist ein wunderbares Gefühl. Ich hab auch nur noch wenig in meiner Wohnung. Nur das was sein muss, damit lebe ich. Meine Kinder werden keine Mühe haben mit meinen Sachen, wenn ich mal tot bin. Weiterlesen

Kinofilm: Das Erste und das Letzte

Ich war im Kino und habe den Film über Jacqueline von Kaenel gesehen, die noch einmal ihre Kindheit und ihr Leben Revue passieren lässt bevor sie stirbt. Sie ist an Bauchspeicheldrüsenkrebs gestorben.

Der Film hatte es in sich. Ich habe ihn deshalb in meinem anderen Blog vorgestellt, weil es sehr um das „Wesentlich werden“ geht in dieser Phase des bevorstehenden Todes. Sie konnte in Frieden gehen, sie hat in ihrem Sterben etwas ganz Lebendiges entgegegengesetzt: Ihr Leben im Hier und Jetzt, Ihre Kraft, Ihr „sich annehmen und sich selbst lieben“. Das hat mich zutiefst berührt und beeindruckt.

Hier der Link zu meinem Blogpost: Das Erste und das Letzte.

4.4. Roswitha Markgraf: Wenn wir uns dann ALLE wiedersehen

Auch Roswitha, verwaiste Mutter, teilt einen Traum mit uns. Es sind wohl die Traumbilder, die uns bei den Fragen durch die Welten zwischen Leben, Tod und Leben führen- von einer Kraft zur nächsten.

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Ich muss ja die Einladungen noch wegbringen.

Vorher:

Nebel… eine tosende Trauerwelle hat mich verschluckt, und in die Tiefe gezogen.

Ich weiß nicht mehr wo oben und unten ist. Die Zeit steht für mich einen Moment still. Bis mich die Welle wieder ausspuckt. Ich bin verrückt! Das Meer hat mich verschluckt und an einer anderen Stelle wieder ausgespuckt … verrückt eben!!!

Ich öffne die Augen und seh‘ alles wie im Nebel.

Wisst Ihr eigentlich, dass NEBEL rückwärts gelesen LEBEN ergibt !

Ich steh auf, weil ich da etwas gesehen habe; eine Allee und am Ende dieser Allee da steht sie … meine Villa … ich habe diese Villa schon oft betreten ( im Traum 🙂 ).

Heute wahrscheinlich für lange Zeit das letzte Mal … warum ? … irgendetwas fühlt sich heute anders an als sonst.

Ich steige durch ein Zeitfenster in die Villa ein und knarzend öffnet sich eine Tür. Ich schau mir alle Zimmer an, und fang gleich an aufzuräumen und zu renovieren. Aber immer wenn ich gerade mit einem Zimmer fertig bin, öffnet sich wie von Geisterhand die nächste Tür und zum Vorschein kommt noch ein Zimmer, das ich erst renovieren muss, bevor ich jemand reinlassen kann. So öffnete ich Tür um Tür und ich renovierte Raum für Raum, bis ich keine verschlossenen Türen mehr fand.

Jetzt kann ich endlich die Einweihung meiner Villa planen. Es wird ein riesen Fest geben, mit einem Büffet, Musik, Stimmengewirr und fröhlichem Gelächter. Ein schönes befriedigendes Wiedersehen mit ALLEN !!!

Aber vorher muss ich noch die Einladungen unter die Leute bringen. Ich mach mich also mit einem Rucksack auf den Weg. Ich laufe über die große Wiese vor meiner Villa … warum habe ich eigentlich keine Schuhe mehr an ? Ach egal, das weiche durchmooste Gras trägt mich und ich fühle mich federleicht. Am Waldesrand sehe ich mich noch einmal um. Meine Villa erstrahlt und ich merke sie macht sich schick für den großen Ball der mir zu Ehren stattfinden wird … wenn ich wieder zurück bin.

Jetzt aber los !
Ich laufe durch den Wald, rieche das Moos und die Pilze, da vorn ist eine Lichtung und ich trete hinaus. Ich seh einen Bach, glasklar das Wasser. Sprudelnd und glucksend bahnt er sich seinen Weg durch die von der Sonne glänzenden großen und kleinen Kieselsteine.

Ich würde so gerne meine Füße in das klare Wasser halten und einen Moment am Rand sitzen bleiben, aber ich darf jetzt nicht soviel Zeit vertrödeln, ich hab ja noch ein ganz schön schweres Stück Weg vor mir. Also überquere ich schnell den kleinen Steg um dann den Hang hoch zu krakseln. Tausendschön und Butterblümchen, Löwenzahn und Sauerampfer kitzeln mich an meinen nackten Füßen. Weiterlesen

Buchtipp: Dieser Mensch war ich

51U-N7jgE1L._SX332_BO1,204,203,200_Eine treue Blogleserin hat uns dieses Buch empfohlen. Sterbende erzählen am Ende ihres Lebens über ihr Leben. Einfach wie das Leben war.

Christiane zu Salm, die Autorin, ist ehrenamtliche Sterbebegleiterin und hat ein sehr lesenswertes Vorwort geschrieben.

Hier können Sie im Buch schmökern  und es beim Buchhändler Ihres Vertrauens bestellen.

Was werden Sie am Ende Ihres Lebens erzählen? Werden Sie zufrieden gewesen sein? Werden Sie alles richtig gemacht haben? Werden Wünsche offen geblieben sein? Sie merken: Ich schreibe im Futur II.