Ein Vogel, eine Familie und die Liebe.

Ein Zufall hat mir das Buch „Penguin Bloom“ beschert, in dem ich dieses wunderschöne Gedicht finde:

Familie

Wie man im schwarzen Afrika und bei den Ureinwohnern Nordamerikas weiß, ist deine Familie das gesamte Dorf,

mit allen seinen Lebenden und seinen Toten.

Und deine Verwandtschaft endet nicht bei den Menschen.

Deine Familie spricht auch aus dem Knistern der Flammen zu dir,

im Rauschen des fließenden Wasser,

im Atmen des Waldes,

in den Stimmen des Windes,

im Zorn des Donners,

im Regen, der dich küsst,

und im Singsang der Vögel, die deine Schritte grüßen.

51KbYFaKmKL._AC_US218_Aus Penguin Bloom.
Der kleine Vogel, der unsere Familie rettete.

3.4. Sabina Kowalewski: Auferstehung – alles wird Licht

Alles wird LichtAuferstehung

Aus dem Schatten der Steine
den dunklen Engel an der Hand
-die im Dunkel sieht man nicht-
der uns führt über die strahlende Brücke
in das alte Heimatland
des Lichts, der Liebe
gleicht keine volle Rose
der Geborgenheit dieser Zeit
das Heil umschließt die Wunden
in der Ewigkeit.

Aus dem Schatten der Gedanken
den dunklen Engel an der Hand
der uns lässt an der strahlenden Brücke
zum alten Heimatland
wird es Licht
übernimmt sein Bruder der Liebe
erleuchtet nicht nur
die schwarze Blüte der Gedanken
dieser Zeit
sondern umschließt die Ewigkeit.

Gedichte, Tod und Sterben haben etwas gemeinsam.

Ich schreibe Gedichte und Kurzgeschichten und beschäftige mich mit dem Leben, dem Sterben und dem Sinn. Ich frage mich manchmal, was erwartet uns danach?

Gedichte und Sterben haben etwas gemeinsam.

Ein Gedicht ist kein Roman, die Zeit ist knapp. Weiterlesen

2.4. Gabriele Panning: Im Licht

imlicht1Sehr gefreut hat mich zu lesen, dass es im Totenhemd Blog wieder eine Blogparade gibt. Und das zum Thema Auferstehung  – einem meiner Herzensanliegen seit ich mich bewusst mit christlichen Glaubensinhalten befasse!

Auferstehung nicht „so“…

Weder so: Im Gymnasium belehrte mich der Religionslehrer in der Oberstufe (selber Priester): ich solle erstmal Theologie studieren, dann würde ich schon verstehen, wie das mit der Auferstehung gemeint sei. Jedenfalls nicht „so“….

Noch so: Im Studium sagte der Professor für neutestamentliche Exegese, dass es nicht so wichtig sei, ob die Knochen Jesu noch im Grab liegen würden.

Noch so: Und im Zusammenhang der Kommunionvorbereitung kamen wir in der Gruppenleiterrunde in der Zeit vor Ostern natürlich auch auf Auferstehung zu sprechen. „Sie glauben doch nicht wirklich an die Auferstehung…?“ sagte eine Gruppenleiterin mit großem Erstaunen zu mir.

UND: Doch. Tue ich.

Immer noch. Sehr real und entgegen aller wohlmeinenden Aufklärungsversuche. Weiterlesen

28.3. Dr. Friederike Erichsen-Wendt: eine poetische Predigt

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Fotoquelle: 24103_web_R_K_B_by_aksel_pixelio.de

Zitternd furchtlos. Zu Ostern 2016 gepredigt. Aus dem Hohenlied der Liebe (3, 1-5).

Des Nachts auf meinem Lager suchte ich, den meine Seele liebt. Ich suchte; aber ich fand ihn nicht.

Ich will aufstehen und in der Stadt umhergehen auf den Gassen und Straßen und suchen, den meine Seele liebt. Ich suchte; aber ich fand ihn nicht.

Es fanden mich die Wächter, die in der Stadt umhergehen: »Habt ihr nicht gesehen, den meine Seele liebt?«

Als ich ein wenig an ihnen vorüber war, da fand ich, den meine Seele liebt. Ich hielt ihn und ließ ihn nicht los, bis ich ihn brachte in meiner Mutter Haus, in die Kammer derer, die mich geboren hat. –

Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems, bei den Gazellen oder bei den Hinden auf dem Felde, dass ihr die Liebe nicht aufweckt und nicht stört, bis es ihr selbst gefällt.

Eine Frau geht zum Grab.
Frühmorgens.
Wenn noch niemandes Hand
Den Tau von der Klinke des Friedhofstores vertrieben hat.
Wenn Schritte noch Spuren hinterlassen.
Eine Frau geht zum Grab.
Maria heißt sie in der Bibel.

Maria heißt sie bei uns. Oder Anna oder Elise oder Henriette.
Sie will ihm nahe sein und ist doch draußen.
Da unten, da drinnen und doch: woanders, vielleicht droben, aber gewiss bei Gott.
Da bist Du.
Oder: Wo bist Du? Weiterlesen

Was bleibt?

Kunst im Baummuseum ENEA

Kunst im Baummuseum ENEA

Angeregt durch die Ausstellung „Was bleibt?“ in Frankfurt-Höchst stellt sich für jeden Frage: Was bleibt, wenn ich mal nicht mehr bin?

Eine Ausstellungsbesucherin schreibt ins Gästebuch: „Zu Lebzeiten Gutes tun, bleibt in Erinnerung“. Martin Luther soll gesagt haben: Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“

Haben Sie ein Bäumchen gepflanzt? 🙂

In Fritz Roths Buch „Trauer ist Liebe“ habe ich gestern folgendes gelesen: Ein MItarbeiter und Kollege starb 50-jährig bei einem Verkehrsunfall. Der Agenturinhaber beließ es nicht bei der Beerdigung. Ein Kondulenzbuch wurde ausgelegt und ein Baum vor dem Eingang zur Agentur gepflanzt.  Es hätte dem Verstorbenen gefallen!

Was bleibt? – keine leichte Antwort, oder?

Mir fallen diese Dinge ein, die bleiben:

* Fotos
* Erinnerungen und Geschichten
* Geschenke
* Bilder – gemalt vom Toten
* ein Buch oder Bücher, die veröffentlich wurden
* Unternehmen, die gegründet wurden, Einrichtungen, Hotels die gebaut wurden
* Häuser und Grundstücke
* Kinder und deren Kinder …. der Stammbaum entwickelt sich weiter
* ein Handy, ein Computer oder ein Tablet – der digitale Nachlass und die Spuren im Internet

Was bleibt? Was habe ich vergessen? Was fällt Dir ein?