12.11. Magdalene: Zusammensein im Andenken an Verstorbene

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von Magdalene sind alle Fotos uns frei gegeben

Über das Trauern und dendia de los muertos“ in Frankfurt.

Jede und jeder trauert anders, die einen mit viel Tränen, die fließen und die anderen können nicht weinen, schon seit Jahren nicht. Truschka, seit dem Tod ihrer Mutter, als sie selbst erst ein Jahr alt war. Und jetzt ist vor drei Jahren ihr Sohn gestorben. Aber sie hat uns alle eingeladen zu ihren Patenschaftsgräbern auf dem Hauptfriedhof, nachdem ich ihr von meiner Idee erzählt habe.

Ich leite seit neun Jahren Trauergruppen und hatte schon immer die Vorstellung, auch auf dem Friedhof zu sein mit Trauernden und die Gräber ihrer Lieben zu besuchen.

Und dann immer dieses Lamento, „…der Tod wird tot geschwiegen in unsrer Gesellschaft und so weiter,und in anderen Ländern ist es ganz anders, die gehen viel offener damit um.  

Zum Beispiel in Mexiko, am dia de los muertos, dem 2. November. Da wird gefeiert am Grab und zusammen gegessen mit der Familie und Freunden, mit viel Musik, Kerzen und die Verstorbenen sind im Geiste natürlich auch dabei. Natürlich ist dort Sommer, mit viel Blumen und bunt und bei uns ist halt November und eher kalt.

Ich hatte mal eine Nachbarin, die kam aus Polen, da ist es auch Brauch zu Allerheiligen/Allerseelen auf dem Friedhof zu sein mit Vielen. Mit Kerzen und mit Gebeten und an die Verstorbenen zu denken und auch gemeinsam etwas zu essen. Sie war ganz entsetzt, dass im November der Friedhof hier um 17.00 schließt. Sie ist dann über die Mauer geklettert um da zu sein, wo sie nach ihrer Tradition hingehört. Weiterlesen

Auf der gemähten Friedhofwiese picknicken

Für alle, die uns nicht bei Facebook folgen: Auf dem stattlichen und wunderschönen Zürcher Friedhof Sihlfeld darf man auf Feld C seine Picknickdecke ausbreiten und einen Roten oder Weißen zischen, wenn man will. Im Bikini sollte man dort nicht liegen und auch keine laute Musik hören. Versteht sich von selbst oder?

Wenn ich das in diesem schönen Artikel so lese, habe ich große Lust mal wieder einen Friedhofspaziergang zu organisieren, nämlich genau dorthin, zu diesem besagten Plätzchen. Muss ich mal reifen lassen.

Hier entlang zum Artikel „Der Friedhof lebt“ in der NZZ

Schon Claudia Cardinal hat in ihrem Buch „Wir sehen uns“ Mut gemacht neben dem Grab der/s Liebsten ein Picknick zu gestalten und die Zeit dort zu verbringen. Ob man jemanden fragen muss in der Friedhofsverwaltung? Wenn ich mir vorstelle, ich würde mich am Grab meines Vaters niederlassen, genauso mit Decke und Picknick und einem Glässchen Wein, dann wird mir schon etwas mulmig, von wegen „was denken die anderen?“. Werden sie mich auffordern zu gehen? Oder werde ich sie einladen sich dazu zu setzen?

Was denkst Du?