Der Tod z‘ Äding

Sssssssssssssssssssst.
Scharf saust die Sense durch das hohe Gras, sie schneidet die Halme, legt sie um. Der Schnitter verrichtet ganze Arbeit. Als Erntehelfer verdingten sich Schnitter vor der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert bei der Feldarbeit. Was heute die Mähdrescher verrichten, war einst schwere Handarbeit: Sensen, Garben binden, dreschen.

Vagabunden und Tagelöhner zogen über die Lande, boten ihre Dienste an, blieben zur Ernte und zogen dann weiter.
Seit dem Mittelalter steht der Schnitter aber auch als Bild für einen ganz anderen Gesellen: Den Sensenmann, den Gevatter Tod. Das kommt nicht von ungefähr, greift es doch auf das biblische Bild aus Jeremia 9,19ff zurück. Dort heißt es: „Ja, höret, ihr Frauen, des HERRN Wort, und nehmt zu Ohren die Rede seines Mundes! Lehrt eure Töchter klagen, und eine lehre die andere dies Klagelied: 20 »Der Tod ist zu unsern Fenstern hereingestiegen und in unsere Paläste gekommen. Er würgt die Kinder auf der Gasse und die jungen Männer auf den Plätzen.« 21 So spricht der HERR: Die Leichen der Menschen sollen liegen wie Dung auf dem Felde und wie Garben hinter dem Schnitter, die niemand sammelt.“
Unzählige Bilder und Skulpturen stellen den Tod als fahlen Mann dar, der mit der Sense über das Land zieht – seit dem Mittelalter quer durch alle Stilrichtungen bis hinein in die Gegenwart und Popkultur. Das Motiv fand Eingang auch in die Musik, Literatur, Comics, Computerspiele  und Filme. Der Sensenmann oder sein englischer Kollege, der Reaper, ist ein ikonographisches, allgemein verständliches Bild. Weiterlesen

Karl

AUGUST

Jakob hatte am Abend mit dem Arzt gesprochen, der ihm mitgeteilt hatte, dass sein Vater wohl nicht mehr lange überhaupt laufen werden könne. Dass sich Karl an immer weniger erinnerte, wusste Jakob selbst. Karl hatte begonnen sein Leben zu vergessen, bevor er es abschließen konnte. Jakob erinnerte sich für ihn daran, dass Karl immer den Anspruch hatte, sein Lebensende so zu gestalten, dass er keine Belastung für Jakob war. Seine letzte eigene Chance dazu hatte Karl nicht mehr nutzen können. Doch sich daran zu erinnern half Jakob bei der Entscheidung für Karls Umzug. Und Jakob erinnerte sich daran, dass Karl noch einmal an die Ostsee wollte. Nach Ansicht des Arztes blieb dazu nicht mehr viel Zeit. Deshalb hatte sich Jakob letzte Woche frei genommen, ein Doppelzimmer in einem behindertengerechten Hotel in Timmendorfer Strand gebucht, Karl, seinen Rollstuhl und einen Koffer voller Windeln, die Karl inzwischen brauchte, in seinen Wagen gepackt und war mit ihm an die Küste gefahren. In der Nacht schrie Karl und schlief tagsüber meistens in seinem Rollstuhl. Der Hoteldirektor sprach Jakob schon nach der ersten Nacht auf die Ruhestörung an, empfahl nachmittags eine kleine Pension in der Nähe, die allerdings nur über Treppenstufen zu erreichen war und Jakob und Karl reisten nach der zweiten Nacht wieder ab.

Einmal, als Jakob Karl in seinem Rollstuhl auf die Seebrücke geschoben hatte und sie eine Weile in der Sonne den Möwen zugehört und dabei zugesehen hatten, wie sie immer wieder in die Dünung herab gesaust waren, um etwas Futter zu fangen, hatte Karl gesagt:

„Jakob, es ist so schön hier. Danke, dass Du Dich erinnert hast“, und war dann wieder eingeschlafen. Als der Wind Jakobs Tränen getrocknet hatte und Karl immer noch schlief, hatte Jakob ihn zurück ins Hotel geschoben. Karl wurde an dem Tag nur noch einmal kurz zum Abendessen wach und auch auf der Rückfahrt hatte er kaum mit Jakob gesprochen, der nach der Hälfte der Heimfahrt seine Versuche einstellte, ein Gespräch mit ihm zu führen.

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World Drowning Prevention Day – ein paar Gedanken

Am 25. Juli 2022 ist wieder der World Drowning Prevention Day, der Tag, an dem nicht nur der der vielen Ertrunkenen gedacht wird sondern an dem auch umfangreiche Maßnahmen gefordert werden, Menschen vor dem Tod durch Ertrinken zu bewahren. Wohlgemerkt: Es geht dabei nicht um die Tausende Toten, die bei ihrer Flucht in den Meeren der Welt umgekommen sind, auch nicht um die Toten in Folge von Flutkatastrophen. Es geht um Menschen, die bei Schwimm- und Badeunfällen ertrunken sind. Hier fordert die Weltgesundheitsorganisation WHO gezielte Maßnahmen, allem voran natürlich, dass es ein funktionierendes System des Angebots von Schwimmunterricht gibt, dazu die Absicherung von Gewässern.

Um das einzuordnen: 2021 sind lt. DLRG Statistik in Deutschland mindestens 299 Menschen bei Badeunfällen zu Tode gekommen, so wenig wie seit Jahren nicht, was allerdings dem eher schlechten Sommer geschuldet ist, 85 Prozent davon in Seen und Teichen, überwiegend Männer Ü50 – eine Mischung aus Selbstüberschätzung, nicht selten in Kombination mit Alkohol, aber eben auch in Folge von Herzinfarkten, Krämpfen etc.
Dieses Jahr dürfte die Statistik etwas anders ausfallen, allein, was ich in den vergangenen Wochen an Meldungen über Badeunfälle gelesen habe, ist enorm.

Warum erwähne ich das Thema hier?

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Besuch bei einer alten Dame

Sie parkte ihren Wagen in einer engen Parklücke. Es würde schwer werden aus dem Wagen zu kommen. Sie blieb sitzen, schaute auf die weiße Villa, die so gar nicht nach einem Sanatorium aussah, eher wie eine großzügige Party-Location: das letzte Zuhause ihrer Großmutter. Zuhause, was für ein seltsames Wort. Es sollte mehr sein als ein Haus. Dieses Haus war zu. Alle Türen abgeschlossen, der Garten hoch umzäunt. Selbst Wünsche, die vermutlich die wenigsten Bewohner noch hatten, konnten nicht herausfliegen. Die Fenster abgeschlossen und die eigenen Ideen durch den geregelten Tagesablauf gelenkt.

Sie hing ihren Gedanken nach. Die Präsentation musste fertig, Fenster geputzt und eingekauft werden. Und sie musste endlich aussteigen. Sie zwängte sich durch den schmalen Spalt der ihr dazu blieb und atmete noch einmal tief durch, ehe sie auf die Eingangstür an der Rückseite des Hauses ging. Auch hinein kam man nicht ohne weiteres. Klingeln, warten, lange warten und sich dann erklären. Sie wollte ihre Großmutter sehen. Ja, sie war die Enkelin von Frau Müller oder das was noch von ihr übrig war.

Alle Selbstsicherheit war dahin als sie auf die alte Frau im Rollstuhl zuging, der einfach mitten in dem großen Raum stand. Ihre Großmutter hatte ihr den Rücken zugewandt, war inzwischen nicht mehr zu erkennen. Jemand entschied für sie welche Bluse sie trug, wie ihre Haare geschnitten und dass sie nicht mehr gefärbt wurden. Sie sah anders aus, als die Frau die sie so liebte und brauchte. An guten Tagen erkannte ihre Großmutter sie. „Hallo mein Schätzchen“ war zumindest so zu interpretieren.

Sie schob den Rollstuhl mit Ihrer Großmutter näher zu einem Sofa und setzte sich.

„Wie geht es Dir?“, war alles was ihr einfiel. Wie sollte ein Mensch der nicht wusste, was er gerade gegessen hat, das beantworten?

„Alles gelb!“ Alles gelb? „Gefällt Dir der Vorhang?“
„Ja. Das Hotel ist ganz Tomate. Wann fahren wir nach Hause?“
„Nach dem Abendessen“, sagte sie. „Was habt ihr denn heute gemacht?“
Ihre Großmutter antwortete nicht sondern schaute zu einer Mitbewohnerin, starrte sie an und es brach aus ihr heraus: „Die hat ja einen Arsch wie ein Brauereigaul!“ Anarchie im Gedankenknast – gut beobachtet und treffend formuliert.

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Letzte Vorstellung

Gegenüber von meinem Hotel wurde gestern ein Kran aufgestellt. Ein sehr hoher Kran. Ganz oben hängt eine Kabine, in der der Kranführer sitzen wird. Der Kran ist so hoch, dass an seiner Spitze eine Warnleuchte blinkt. Heute wurde der Ausleger an dem Kran angebracht, fast so lang, wie der Kran hoch ist. Ein zweiter Kran hat Betonquader am Ende des Auslegers eingehängt, als Gegengewichte. Dabei liefen Arbeiter über den Ausleger. Einfach so. Und der Wind könnte sie herunter wehen. Einfach so.

Ist es wahr, dass, wenn man stirbt, das eigene Leben noch einmal in Gedanken an einem vorbei zieht? Wenn das so ist, ist der Kran hoch genug, damit der Arbeiter noch einmal alles sehen kann? Oder gibt es dann nur ein best of oder ein worst of, wenn der Sturz nicht lang genug wäre? Kann die vielleicht fehlende Höhe durch ein niedriges Alter kompensiert werden, damit er doch alles sieht? Oder wird die Wiedergabegeschwindigkeit einfach höher, damit jeder auf jeden Fall alles sehen kann? Kann man sich vielleicht selbst aussuchen, was man sehen will oder sieht man zumindest immer das, was wichtig gewesen ist. Und wenn ja, für wen muss es wichtig gewesen sein, für einen selbst oder Menschen, die in seinem Leben vorgekommen sind? Zeit für Erkenntnis wird so oder so nicht bleiben. Doch wenn er gar nicht stirbt bei dem Sturz, sondern aufgrund einer glücklichen Fügung in einen mit Wasser gefüllten Schacht stürzt, Prellungen und Knochenbrüche hat, aber nicht tot ist, kann er sich dann daran erinnern was er gesehen hat? Wüsste er dann was wichtig gewesen ist, auch wenn er es vielleicht beim ersten Durchlauf nicht gemerkt hat?

Wenn er nicht von dem Kran fiele, sondern mit Covid auf einer Intensivstation läge, ab wann würde er dann sein Leben noch einmal sehen? Wenn er intubiert wird oder muss sein Körper, wie auch immer, erst feststellen und verstehen, dass keine Rettung mehr möglich ist, ehe die letzte Vorstellung gestartet wird?

Warum passiert das überhaupt, wenn es denn stimmt? Um es leichter zu machen oder schwerer, kompletter?

Und jetzt wird in den Straßen geschossen und fallen Bomben. Ich bleibe in meinem Hotelzimmer, sehe den Kran und zwischendurch die Nachrichten, die non-stop auf jedem Kanal berichten. Eine Frau ist bei einem Bombenangriff auf ihren Fahrrad getroffen worden. Sie hat gestrampelt und ist dann einfach tot umgefallen. Das Geschütz hat sie nicht kommen sehen können. Hat auch sie ihr Leben noch einmal gezeigt bekommen, zusammen gedampft auf ein Bild, eine Einstellung, eine Collage, auch wenn der Tod aus dem Nichts, ungeahnt gekommen ist? Ist ihr Tod deshalb grausamer? Oder gnädiger? Wie oft soll ‚es ging ganz schnell‘ trösten. Doch wie kann es, wenn der Tod so ungerecht und unnötig scheint?

Ich kann nicht hinaus gehen, weil es zu gefährlich ist. Eine Kugel im Körper, Gebäudeteile auf dem Kopf und die letzte, kurze Vorstellung würde beginnen. Solange ich drinnen bin ist die Möglichkeit geringer und ich habe mehr Zeit. Ich fange an, an mein Leben zu denken. Familienurlaube in Rimini, das Pony und der Dalmatiner, der erste Kuss, der Rauswurf aus der Uni, Lakritzschnecken, ein Schlitten, die Geburt meines Sohns, die Beerdigung meines Opas, ein Strauß Ranunkeln, Sonnenaufgänge, Starts und Landungen, Tortenspitzen, Gewitter, ein Gerichtstermin, ein Brief, der Weihnachtsbaum, eine Theatervorstellung, Tränen, lautes Lachen, ein Müllwagen und ein Segelboot, Raketen… Ich habe noch Zeit. Draußen wird es lauter.

Who wants to live forever?

Wein steht auf dem Tisch; und Bier.
Erinnerungen wabern durch den Raum, das Gespräch kreist um die Musik der späten 70er und frühen 80er. Es wird immer wieder unterbrochen, wenn ein neuer Song ausgewählt wird, aus der JBL Bluetooth Box dröhnt es, der Algorithmus von Youtube schlägt Unsägliches vor – und Geniales.
Angefangen hat alles mit Iggy Pops neuem Song Love Missing.

Da hätte es noch anders laufen können. Tat es aber nicht, zu sehr erinnerte mich dieser Song an Joy Division, damit an eine wilde Zeit und das brach die Dämme. Wir sprachen von Ian Curtis, der sich 1980 im Alter von nur 26 Jahren erhängte. Und von da war es kein weiter Bogen mehr sich zu erinnern, welche genialen Sängerinnen und Sänger dieser Zeit schon tot sind:

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Was bleibt?

Wenn du jetzt sterben würdest, was würde in 10 Jahren von dir geblieben sein? – Eine spannende Frage, die auf dem Twitter-Account des Bestattungsunternehmens Thanatos vom Geschäftsführer Julian Heigel vor ein paar Wochen aufgeworfen und für sich selbst beantwortet hat: Erinnerungen bei denen, die er ausgebildet hat, Erinnerungen bei Familienangehörigen und engen Freunden und ein Berliner Erd-Grab, das – so seine Vermutung – nicht besonders gepflegt sein wird.

10 Jahre sind eine lange Zeit, aber nun auch wieder nicht so lang, dass man sie nicht überschauen kann. Und auch nicht so lang, dass man nicht einen spekulativen Blick in die Zukunft wagen darf. Das ist das Reizvolle an dieser Fragestellung. Zugleich ist es die Frage nach einer Zwischenbilanz und einer Rückschau auf das eigene Leben. Was habe ich erreicht? Und vor allem: Was davon wird bleiben?
Ich nehme die Frage gern mal auf:

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Leere, Trauer, Machtlosigkeit – kein Happy End

Vorbemerkung:
Seit Anfang Dezember 2021 wurde der 16jährige Joshua aus Berlin-Hellersdorf vermisst. Die Polizei suchte fieberhaft, die Medien im Berliner Raum veröffentlichten Suchaufrufe, der Vater wandte sich in seiner Verzweiflung selbst an die Öffentlichkeit. Twitter war eines der Medien seiner Wahl.

Seine eigene Reichweite und das tausendfache Teilen des Suchaufrufs machten den Fall weit über Berlins Grenzen bekannt. Es waren drei Wochen voller Hoffen und Bangen, dann am 1. Weihnachtsfeiertag kam die traurige Gewissheit: Der Junge war tot, ein Spaziergänger hatte die Leiche des 16jährigen gefunden. Rico Baganz, der Vater, machte seiner Verzweiflung auf Twitter Luft, ein Tweet, der alle, die das Geschehen verfolgten, wie ein Schlag in die Magengrube traf.
Selten taten wenige Worte und schwarze Herzen so weh.

Ich möchte an dieser Stelle die ersten Tweets des Vaters und einen von der Berliner Polizei teilen – es geht an die Nieren, denn es ist wohl das Schlimmste, was Eltern passieren kann: Das eigene Kind zu verlieren.
Niemand, der das nicht selbst erlebt hat, kann das nachvollziehen, allerhöchstens eine Ahnung davon haben, was das bedeutet, was diese Familie durchmacht. Rico Baganz hat mittlerweile angefangen, auf Twitter von seinem toten Jungen zu erzählen, seine Tweets sind eine Art Therapie, wie er selbst schreibt. Das ist aufwühlend und zutiefst bewegend. Die Anteilnahme Hunderter unter jedem einzelnen Tweet ist überwältigend und wiederum sehr an die Nieren gehend.

Bitte klickt auf Weiterlesen nur, wenn Ihr die Tweets eines völlig verzweifelten Vaters in all seiner Leere, Trauer und Machtlosigkeit lesen (und aushalten) könnt. Es ist – zumindest empfinde ich das als Vater so – sehr schmerzhaft. Aber es ist ein Teil unser aller Lebenswirklichkeit, vor dem wir uns nicht verschließen können. Wenn wir übers Sterben reden und den Tod, dann gehört auch das dazu.
Geliebte Menschen sterben, und wir müssen damit umgehen. Rico hat seine Art gewählt: Lautes, öffentliches Trauern.

Auch wenn Ihr keinen Twitter-Account habt, könnt Ihr über einen Klick den Original-Tweet auf der Plattform lesen.

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45 Bilder – und die Stories dahinter

Am 19. August habe ich hier im Totenhemdblog eine kleine Bildmediation veröffentlicht. Es ging, wie sollte es anders sein, um das Thema Tod und Vergänglichkeit.
Passend zum Weltfototag 2021.
Es war eine sehr subjektive, sehr willkürliche Auswahl an Fotos, die ich für mein eigenes Blog für unterschiedlichste Beiträge angefertigt hatte, Bilder, von denen ich denke, dass sie aber auch in diesem Kontext hier gut passen. Aber längst nicht jeder meiner Beiträge beschäftigte sich mit dem Tod oder der Vergänglichkeit. Dennoch denke ich, dass diese Bilder bestens passen.

Ein kleiner Teil der Fotos waren zugleich eine Vorschau auf Beiträge, die ich hier veröffentlicht habe oder noch im kommenden halben Jahr veröffentlichen werde. Dazu gehören vor allem kleine Friedhöfe von Orten, die es längst nicht mehr gibt.
Falls Sie schon jetzt wissen wollen, was die einzelnen Bilder zeigen – hier eine „Auflösung“, zum Teil mit Verlinkung auf ihre Ursprung. Weiterlesen

Wie gehen, wenn man gehen muss

der Reim zu versinken wäre ertrinken gewesen.
Aus: Günter Grass „Ein weites Feld“

„Das Thema ist ernst, ungewöhnlich ernst für mein Blog. Und es könnte schnell fehlgedeutet werden.“
So leitete ich im am 24. November 2019, dem Totensonntag, einen Blogtext ein. „Aber die Frage, wie man sterben möchte, wenn man sterben muss (was wir alle müssen), ist sicher jeder Leserin und jedem Leser bekannt. Und auch der Wunsch, sich das aussuchen zu können, was sich in den allermeisten Fällen aber so nicht realisieren lässt.“

Wie gehen, wenn man gehen muss - einfach losschwimmen?Auslöser für den damaligen Beitrag und im selbigen auch erwähnt war eine vorangegangene, digitale Diskussion mit der Berliner Bloggerin Stephanie Jaeckel, die ihrerseits über die ungarische Philosophin Agnes Heller einen Beitrag veröffentlicht hatte. Stephanie Jaeckel schrieb im Sommer 2019 einen Beitrag über den Tod der 90jährigen ungarischen Philosophin Agnes Heller, die Augenzeugenberichten einfach hinaus in den Plattensee geschwommen und nicht mehr zurückgekehrt ist. So zumindest berichtete im Juli 2019 die Neue Zürcher Zeitung. Weiterlesen