Das Schlimmste was passieren kann?

IMG_3496Meine Mutter hatte einen schweren Schlaganfall. Von Tag zu Tag gelingen ihr kleine Erfolge in der Früh-Reha und sie gewinnt ein Stück Lebensqualität und Lebensfreude zurück. Das ist so schön!

Ich denke jetzt oft über die Endlichkeit unseres Lebens, meine Endlichkeit nach. Aber auch über das, was auf uns im Alter zukommt. Denn ich telefoniere mit den Freundinnen meiner Mutter, die ich seit Kindheit kenne. Sie sind alle um die 80 und älter und teilweise sehr gebrechlich geworden. Meine Weisheit ist nicht neu und dennoch: wir werden älter, wir werden Kraft verlieren, wir werden einigermaßen fit sein oder ggfs. krank werden. Ich spreche und unterhalte mich auch mit meinen neuen Schweizer Freunden, die so um die 70 sind. Die Energie schwindet langsam, die Lust zu reisen bleibt aber :-). Das freut mich zu hören.

Außerdem werde ich gerade mit unserem Krankenhaussystem und den teilweise sehr ausgelasteteten Schwestern und Pflegekräften konfrontiert, organisiere eine neue Bleibe für meine Mutter nach dem REHA-Aufenthalt. Was für Themen! Am liebsten würde ich manchmal den Kopf einziehen aber ich mache weiter.  Es gehört zu unseren Aufgaben, dass wir uns um unsere Eltern kümmern, wenn sie nicht mehr können. Ich komme manchmal an meine Grenzen Weiterlesen

Heiner von Gastautor Rüdiger Rodewald

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Rüdiger Rodewald

Tag Heiner, sag ich. Ich bin gekommen um mich vorzustellen. Ab nächsten ersten bin ich euer neuer Chef. Tag Rudi, sagt er. Hat sich schon bis zu mir rumgesprochen. Er lacht. Ein leises Lachen, nie laut und expulsiv, immer leise, fast wie ein Lächeln in dem etwas Zögerndes mitschwingt. Eigentlich wärst du mal dran gewesen, oder?, sage ich. Es tut mir leid für dich dass ich das nun geworden bin. Hätte schlimmer kommen können, sagt er und lacht wieder dieses leise fast stolpernde Lachen. Mich befördern sie nicht mehr. Aber komm, ich stell dir mal die Leute vor.

Das Büro umfasst zwei Großräume. In jedem sitzen so acht bis zehn Personen. Es ist saukalt auf der einen Seite, auf der der Wind steht und fast tropisch warm im Büro mit der Südausrichtung.

Er führt mich herum und stellt mir alle vor. Zu jedem hat er ein paar Sätze gesagt was er oder sie macht und zu jedem hat er eine freundliche kleine Anekdote parat. Später sitzen wir zu zweit in dem Raum der dann mein Büro werden soll. Wie geht es dir damit, Heiner, frage ich, dass du das wieder nicht geworden bist? Das ist nicht mehr so wichtig, sagt er. Meine Frau ist krank. Biggi. Manchmal kriegt sie keine Luft mehr und ihr Herz schlägt unregelmäßig. Mensch Biggi, sagt er und es steigen ihm Tränen in die Augen. Wir wollten doch nach Bolivien im Sommer, unsere alten Freunde besuchen.

Und dann erzählt er. Wie er mit zweiundzwanzig Jahren in Bremen seine Lehre als Schifffahrtskaufmann zu Ende gemacht hatte und immer gedacht hat, draußen in der weiten Welt wartet das Abenteuer und ich sitz hier in diesem Büro. Dann stand das Abenteuer plötzlich eines Abends auf der Schwelle. Wir suchen Mitarbeiter für die Agentur in Bolivien, sagt sein Chef. Haben Sie Lust? Weiterlesen

Totenhemd-Blog bei bild.de

img_4444Und plötzlich war die Klickrate höher als üblich.

Für alle, die nicht bei Facebbok und Co. mitgelesen haben: Unser Blog ist in einem OnlineArtikel bei bild.de gelistet. Die Headline:

6 hilfreiche Blogs zum Tabuthema Tod

Unser Blog steht an 1. Stelle. Darüber freuen wir uns und sind mächtig stolz.

Fünf andere lesenswerte Blogs kennen wir teilweise bzw. haben wir neu kennengelernt. Alle Blogs sind ab sofort auch in unserer Blogroll gelistet, die die bisher fehlten haben wir ergänzt.

Meine Schwester tot und ich hier – von Claudia

Wir sind noch hier – von Sarah

Bestatter Weblog – von Peter Wilhelm

In lauter Trauer – von Silke

Dein Tod und ich – von Silke (wie oben) übernommen

Kino-Tipp: Eine China-Reise

In Zürich läuft derzeit im Lunchkino dieser sehenswerte Film. Liliane lebt mit ihrem Mann in Paris ein eher langweiliges Leben. Es scheint als hätten sich die Beiden nichts mehr zu sagen. Dann erreicht sie die Nachricht vom Unfalltad ihres Sohnes, Christophe, der seit Jahren in China lebt. Liliane möchte die Überführung von Frankreich aus organisieren, was schier unmöglich ist. Also fliegt sie nach Shanghai … allein … mit dem Zug weiter nach Chengdu, wo sie in Christophes Wohnung eintritt – ganz langsam – und ihn anhand seiner Spuren neu kennenlernt. Sie hat ihn nie besucht … und bereut es sehr. Weiter geht es mit dem Bus zu dem Ort wo der Unfall passierte und Freunde von ihm wohnen. Ein kleiner Junge lehrt sie unterwegs die ersten chinesischen Wörter.

Im Ort angekommen bezieht Liliane Weiterlesen

Buchtipp: Dieser Mensch war ich

51U-N7jgE1L._SX332_BO1,204,203,200_Eine treue Blogleserin hat uns dieses Buch empfohlen. Sterbende erzählen am Ende ihres Lebens über ihr Leben. Einfach wie das Leben war.

Christiane zu Salm, die Autorin, ist ehrenamtliche Sterbebegleiterin und hat ein sehr lesenswertes Vorwort geschrieben.

Hier können Sie im Buch schmökern  und es beim Buchhändler Ihres Vertrauens bestellen.

Was werden Sie am Ende Ihres Lebens erzählen? Werden Sie zufrieden gewesen sein? Werden Sie alles richtig gemacht haben? Werden Wünsche offen geblieben sein? Sie merken: Ich schreibe im Futur II.

 

Der gute Tod?!

im Kloster Kappel fotografiert

im Kloster Kappel fotografiert

Ich leb und waiß nit wie lang / ich stirb und waiß nit wann /
ich far und waiß nit wahin / mich wundert das ich frölich bin.
(wurde vor 500 Jahren von Magister Martinus von Biber geschrieben).

Heute in der SonntagsFAZ auf Seite 4. Eine ganze Seite zum Thema: Der gute Tod.

Jaaaa!

Gibt es ihn den guten Tod? Was heißt es in Würde zu sterben?

Nach dieser Lektüre und nach diversen Gesprächen ist es den wenigsten vergönnt in Ruhe einzuschlafen. Wir stellen uns vor und wünschen uns sehr, dass wir selbst bestimmt sterben bei bester Laune und bester Verfassung. Tja. Pustekuchen. Das wurde mir nun auch mehrfach bestätigt. In Würde sterben, ist nicht (so häufig). Fakt ist, dass wir wahrscheinlich krank sind oder dement oder oder oder. Wir sind vielleicht alt und gebrechlich und sind auf fremde Hilfe angewiesen. Was, wenn wir zu dem, was ist sagen: wir sterben in Würde, weil wir annehmen was ist.

Nicht umsonst ist die Sterbehilfe, der freiwillige Tod, der begleitete Suizid, wie z.B. ihn Exit in der Schweiz ermöglicht in aller Munde. Ich verstehe das sogar, dass man dem Leben ein Ende bereiten möchte, bevor man leidet. Aber müssen wir nicht versuchen umzudenken und ggfs. Unterstützung anbieten, wie es im Artikel vorgeschlagen wird. Können wir Menschen, die wissen, dass sie sterben werden, einen „würdigen“ Tod und Abschied schenken auch im Leid? Dass sie weniger Angst haben, dass Weiterlesen

25.11. Gabriele Panning: Lässt sich der Tod ins Leben lachen?

Lebensfaden

Lebensfaden

Was für eine Frage…?!

Ehrlich gesagt bin ich mir wirklich nicht sicher, ob das meine heimlichste Frage zum Thema Tod ist…. Doch sie fiel mir sofort ein, als ich von der Blogparade im Totenhemd Blog erfahren habe.

Damals….

Wie um alles in der Welt komme ich zu einer solchen Frage?

Im Mai 2010 war mein Leben innerhalb weniger Stunden in den Ausnahmezustand gerutscht. Meine Mutter lag auf Intensivstation im künstlichen Koma. Wenige Stunden nach einer „normalen“ Bypass-OP zeigte sie wohl erste Anzeichen von Schmerzen, worauf „man“ ihr Novalgin verabreichte. Gabrieles Artikel in ihrem Lebenskunst-Blog weiterlesen.

Danke Gabriele für Deine Gedanken.

Hier entlang zu allen Informationen unserer Blogaktion.

November-Blog-Aktion: Welches ist deine heimlichste Frage?

Quelle: frau-ines.de

Quelle: frau-ines.de

Wir laden herzlich ein zur November-Blogaktion im Totenhemd-Blog.

TRAU DICH!
Welches ist deine heimlichste Frage zum „Sterben und zum Tod“? Und wie antwortest Du darauf? (Du darfst Dir auch eine Frage ausdenken … 😉 )
  • Darf man auf dem Friedhof mit dem Verstorbenen Sekt trinken?
  • Wieso kaufen Chinesen ganze Wohnungseinrichtungen aus Pappe, ein Handy aus Papier für ihre Toten?
  • Tragen Tote Windeln?
  • Wieso kann man im November in Mexiko Süßkram in Form von Särgen, Skeletten und Totenschädeln kaufen?
  • Wieviel Leichenwasser produziert ein Leichnam?
  • Auf dem Lesestapel einer Nachbarin wartet schon lange das Buch der Fährfrau Brönnimann. Was tut eigentlich eine Fährfrau genau?
  • Wie kommt der Totenkopf aufs Geschirr?
Diese und ähnliche Fragen sollst Du stellen und in einem Artikel auf Deinem Blog beantworten. Da wartet vielleicht schon lange ein ganz besonderes Fundstück über das Du sprechen möchtest. Du traust Dich aber nicht.
Schreib uns Deine Gedanken, deine Geschichte, Deine Antworten, deine Vermutungen, beschreibe die Bilder, die Dir einfallen.
TRAU DICH, darüber zu sprechen und zu schreiben. Im November.
Wo? Hier im Totenhemd-Blog.
Wie? Schicke uns Deine Mail (totenhemd at gmail.com) mit Deinem Beitrag (als PDF) und am besten mit einem Foto (.jpg oder .png) bald, am liebsten nicht zu spät, dann aber ein paar Tage vor der Veröffentlichung bitte.

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Was bleibt? – Noch bis Mai: Ausstellung in Frankfurt-Hoechst

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Dieses Plakat ist mir in Frankfurt aufgefallen. In der U-Bahn-Station fotografiert. In Frankfurt-Höchst im Schloss kann man noch bis Ende Mai die Ausstellung zur Frage „Was bleibt“ erleben. (Öffnungszeiten: Do – So, 11 Uhr – 17 Uhr).

„Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen“ – dieses Martin Luther zugeschriebene Zitat steht Pate für den Titel dieses Buches. „Das Prinzip Apfelbaum“ ist ein Bekenntnis für das Leben – und darüber hinaus.

Die Fotografin Bettina Flitner portraitiert elf Persönlichkeiten, die sich mit großer Offenheit auf die Frage einlassen. Dazu gehört auch Günter Grass.

Zu dieser Ausstellung gibt es auch das Buch:

Das Prinzip Apfelbaum. 11 Persönlichkeiten zur Frage „Was bleibt?“

Gedanken und Portraits u.a. von Egon Bahr, Anne-Sophie Mutter, Reinhold Messner, Wim Wenders
Mit Fotografien von Bettina Flitner, 116 Seiten, Hardcover, gebunden
Preis: 18,90 Euro

Im Vergangenheits-Verlag können Sie das Buch bestellen.

Die Ausstellung wandert danach nach Hamburg und danach nach Düsseldorf und dann nach Stuttgart. Initiiert wurde die Ausstellung von der Initiative: Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum – in Berlin.