19.11. Petra: Ausrangiert

Vor wenigen Minuten hatten sie Blumen in bunten Herbstfarben für eine Pflanzschale bestellt. Für Montag. Da soll die Beerdigung stattfinden. Das Trauergesteck mit den grünen Textfahnen und der silberfarbenen Schrift wird eine Geste sein, dass sie vier an ihn denken. Ein liebevoller Gruß für die letzte Reise. Viele Jahre haben sie mit ihm im gleichen Haus gelebt. Er war ihr Nachbar.

Sie genossen das gemütliche Ambiente im angrenzenden Café. Es fiel spätsommerliches Herbstlicht durch die geöffneten Glasscheiben. Die Sonne brannte. Der Kuchen schmeckte lecker. Es war viel los. Die Menschen zog es ins Freie. Eine Trauergesellschaft löste sich auf.

Am Nebentisch hörten sie wie eine Frau ins Erzählen kam. „Ich hab heute das blau-weiß karierte Hemd meines Vaters aus meinem Kleider- in den Flurschrank gehängt. Was soll dieses Hemd in meinem Schrank, dachte ich? Viel zu nah dran an meiner Garderobe.

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17.11. Anja: Totenhemd – ist das Prosa oder kann das weg?

„Das macht sie nicht… Oder?!?“ etwas nervös hört man die Stimme…

„Neeein, das macht sie nicht.“ tönt es beruhigend zurück.

„Das macht sie NICHT!!!“ etwas lauter.

„Nein, nein, natürlich nicht, das würde sie nie tun…“ wieder beruhigend…

„Lasst mich mal durch, ich kann gar nichts sehen… Ach, schau, die Anja habe ich ja lange nicht gesehen. Gut sieht sie aus, so fröhlich.“

Hier bei Anja weiterlesen.

15.11. Sarah Bernhardt T arnkleidung

T arnkleidung
O hne
T aschen
E nthält
N notwendigerweise
H eute
E in
M ahnendes 
D ennoch

***

Danke Sarah!

Ich hatte bei der Gelegenheit bei uns geschaut, ob Du einen Blog schreibst. Dabei habe ich diesen wunderbaren Text von dir entdeckt: Es geht.

19.2. Karin: Ich nähe mir mein Totenhemd

…. damit es zu Lebzeiten in meinem Schrank hängt und mich daran erinnert,
wie kostbar das Leben ist.

Nachdem ich von dem alten Brauch gelesen habe, schon zu Lebzeiten das eigene Totenhemd im Schrank hängen zu haben, entschloss ich mich – bis ins Innere davon berührt – im Zuge meiner Diplomarbeit, für den Abschluss zur Handarbeitslehrerin, mir mein Totenhemd selbst zu nähen.

Daneben begann ich mich auf die Suche zu machen nach alten und neuen Riten in der Welt, wie mit dem Tod und der Trauer umgegangen wurde und noch immer wird. Ein großer farbiger Teppich breitete sich vor mir aus, voll mit Informationen, Bildern, Bräuche, Gefühle und Gedanken. Ein ganz neues Land, das es für mich zu entdecken gilt und ich freue mich auf die Reise die noch vor mir liegt.

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Mit Sicherheitsabstand bei Kaffee und Kuchen über den Tod geprochen

mein totenkleid

mein Totenkleid

Jürg war bei uns auf der Terrasse bei schönstem Wetter. Unser Freund hier vom Ort. Fragte mich nach unserem Totenhemd-Blog und ob wir nicht über den Tod sprechen wollten.

„Ja klar“. Ich zeigte ihm dann noch mein Brautkleid, das mein Totenhemd sein soll und die rote Jacke aus Hongkong dazu.

„Du kannst aber auch was schreiben für unseren Blog, das würde mich freuen. Jetzt wo du das Land verlässt.“

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von Jürg 

Sprechen wir vom Tod

Das Totenhemd steht zur Diskussion. Das wird gewungenermaßen etwas virtuell und das mögen nicht alle. Wir haben ja meist – Gott sei Dank – Besseres zu tun, oder Vergnüglicheres – Handfestes. Doch das ist Ansichtssache. Ich zum Beispiel rauche ja gerne eine Zigarette und probiere, dem Tod ein Schnippchen zu schlagen. Eine meiner Meinung nach unterschätzte Kunst.

Hier entlang zu Jürgs Blog um den vollständigen Text zu lesen.

Jürg, merci vielmals und alles Gute für die nächste Reise und den Lebensumbruch. Ich schenke dir einen Satz von Rainer Maria Rilke:

Wer weiß, wer ich bin? Ich wandle und wandle mich.

„Der Tod steht uns gut“: vom Zeitungsartikel zum Telefonat mit Sarah Benz von Sarggeschichten

Das war ja eine Überraschung letzten Sonntag in der Rubrik „Leben“ in der Frankfurter Sonntagszeitung: Ich entdeckte den Artikel: Der Tod steht uns gut.

Der Untertitel des Artikels:
Das ganze Leben lang macht sich der eine mehr Gedanken darüber, was er anzieht, als der andere. Ein Thema ist es trotzdem für alle. Nur das letzte Hemd blieb bislang von dieser Frage oft ausgeschlossen. Warum eigentlich? – fragt die Journalistin Barbara Russ.

Zuerstmal ist die Überschrift ja ein bisschen verwirrend. Das Thema klärt sich erst, wenn wir vom letzten Hemd im Untertitel lesen. Ich suchte beim Lesen sofort, ob die Autorin unseren Blog erwähnt. Denn es liegt doch nahe unseren Totenhemd-Blog zu nennen, in dem wir uns sehr ausführlich über unser „letztes Hemd“ ausgemährt haben.

Sie fragt gleich zu Anfang: „Welche Kleidung würden Sie Ihrer Mutter für die letzte Ruhe aussuchen?“ Auch wenn man sich heute eher in Jogginghose oder Jeans verabschiedet, existiert das Leichen- bzw. Totenhemd noch. Dennoch kleidet man den Verstorbenen  tendenziell so wie man ihn im Alltag erlebte, es wird der Persönlichkeit entsprechende individuelle Kleidung getragen.

Beim weiteren Lesen freute ich mich Sarah Benz Namen zu entdecken. Sie wurde mit ihren Sarggeschichten vorgestellt und hat erlebt, dass Angehörige ein hässliches Totenhemd gekauft haben, Weiterlesen

Kleidung und Tod: Mein Totenhemd

mein totenkleid

mein Totenkleid

Wir haben schon ganz wunderbare Antworten auf Melinas Fragen erhalten. Ich habe dazu im Artikel vorher aufmerksam gemacht. Ihr seid eingeladen Eure Gedanken im Kommentarfeld mitzuschreiben oder Ihr schreibt in Eurem Blog einen Artikel dazu. Wir freuen uns schon!

Für Melina hab ich gleich mal nach den früheren schon geschriebenen Artikeln gesucht. Einmal zu meinem Totenkleid, das ich zu meiner Hochzeit trug. Es hängt in meinem Kleiderschrank. Mal sehe ich es bewusst, mal nicht.

Melinas Fragen:

  • Was verbindest Du persönlich mit dem Thema Kleidung und Tod?
  • In welche Beziehung setzt Du die beiden Bereiche zueinander?
  • Was hat Euch zu der Idee gebracht, Euch gegenseitig Totenhemden anzufertigen?
  • Wofür könnte das Totenhemd ein Symbol sein?
  • Was ändert es, vor dem Tod schon zu wissen, was genau man tragen wird?
  • Wie reagieren darauf Eure Freunde/Familie?
  • Wenn Du morgens Deinen Kleiderschrank öffnest, sticht Dir da Dein Totenhemd ins Gesicht oder hast Du es in einer „unsichtbaren“ Ecke verstaut?
  • Was denkst Du, wenn Du es betrachtest?

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    Petras Sterbedecke mit Figuren aus getragener Kleidung

Und dann gibt es noch meine Sterbedecke, die ich habe anfertigen lassen. Annegret hatte zu ihrer Sterbedecke geschrieben. Dafür habe ich Annegrets Schneiderin in Hamburg Kleidung geschickt, die ich nicht mehr tragen werde und daraus hat sie diese Totendecke genäht. Sie liegt ebenfalls in meinem Kleiderschrank.

Ich werde also mal mein Brautkleid tragen, Weiterlesen

Eure Gedanken zu „Kleidung und Tod“

Melina Grundmann hat uns geschrieben und recherchiert zum Thema: Totenhemd im Kleiderschrank bzw. „Kleidung und Tod“. Für ein Uni-Seminar.

Ihr könnt im Kommentarfeld mitschreiben oder einen eigenen Blogpost in Eurem Blog schreiben und posten und mit uns verlinken. Schön wäre, Melina erhält ganz viele verschiedene Antworten. Hier sind die Fragen, die sie uns gestellt hat:

  • Was verbinden Sie persönlich mit dem Thema Kleidung und Tod?
  • In welche Beziehung setzen Sie die beiden Bereiche zueinander?
  • Wie sind Sie auf die Idee des „Totenhemd-Blogs“ gekommen?
  • Was hat Sie zu der Idee gebracht, sich gegenseitig Totenhemden anzufertigen?
  • Wofür könnte das Totenhemd ein Symbol sein?
  • Was ändert es, vor dem Tod schon zu wissen, was genau man tragen wird?
  • Wie reagieren darauf Ihre Freunde/Familie?
  • Wenn Sie morgens Ihren Kleiderschrank öffnen, sticht Ihnen da Ihr Totenhemd ins Gesicht oder haben Sie es in einer „unsichtbaren“ Ecke verstaut?
  • Was denken Sie, wenn Sie es betrachten?

Wir, Annegret und ich werden die Fragen hier im Blog in einem eigenen Artikel beantworten. Es darf auch ein Foto vom Totenhemd gemacht werden und im Artikel vorgestellt werden. Ganz wie Ihr mögt.

Die Gedanken zum Totenhemd passen doch jetzt ganz gut zum Ende der Fastenzeit und zur kommenden Osterzeit. In diesem Sinne: Schreibt schön. Wir freuen uns auf Eure Gedanken. Melina ganz besonders. Eine kleine spontane Blogaktion.