Die Unwucht im Leben (3)

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Sonntagmorgens in Frankfurt

… oder das ungelebte Leben erkennen.

Nachdem Wildgans mich im Kommentarfeld auf das Wort UNWUCHT in meinem Artikel zurücklenkte und drauf stupste habe ich mich gefragt, ob es Sinn macht noch einmal tiefer zu denken.

Gehen wir davon aus, dass die Angst vorm Sterben uns auf „ungelebtes Leben“ zurückwirft, dann spüren wir eine Unwucht. Sie macht sich vielleicht bemerkbar durch Sehnsucht. So wie mir gar nicht klar war, dass ich mich nach Stille sehne. Sie fehlt mir, tief in mir und hat gar nix mit dem ruhigen Ort zu tun, in dem ich lebe. Durch einen Zufall wurde mir bewusst, dass die Stille in mir fehlt. Ist das nicht interessant, dass wir manchmal nicht bewusst wissen, was uns fehlt?

Deshalb möchte ich nochmal auf die Unwucht im Leben eingehen. Sie macht sich bemerkbar wie bei einem Autoreifen, der nicht richtig ausgewuchtet wurde. Er läuft unrund. So ist das vielleicht auch manchmal im eigenen Leben, dass es nicht rund läuft. Wenn wir den Reifen nicht noch einmal in der Werkstatt neu auswuchten lassen laufen wir Gefahr, dass uns der Reifen platzt und wir einen schweren Unfall haben.

Wie kann sich die Unwucht in mir bemerkbar machen? Durch ein Ziehen im Herzen, durch ein Sehnen im Bauch. Es läuft nicht rund im Leben oder im Beruf oder in der Beziehung. Wir sind körperlich oder seelisch umfit und haben vielleicht Schlafstörungen, Migräne oder fühlen uns sehr erschöpft. Wenn wir nicht aufpassen werden erste Symptome chronisch. Weiterlesen