Lesetipp: Vom Leben getragen

Ich freue mich, dass mich der Mabuse-Verlag auf dieses Buch aufmerksam gemacht hat. Im Vorwort „Mit unserer Liebe für die Toten“ steht: In kaum einem anderen Land Europas ist der Tod so ein Tabuthema, so angstbesetzt und so ins schwermütige Dunkel verdrängt wie hier. Das Glück, eine große Gemeinschaft um sich zu haben, die unterstützt und mitträgt, einander den Rücken freihält für das Wesentliche und tatkräftig mit begleitet, ist bis heute für die meisten Menschen, nicht nur in schweren Situationen, die Ausnahme.

Der Bestatterin ist der liebevolle Schutz für verstorbene Frauen und Kinder ein besonderes Herzensanliegen.

Das Buch wird hier auf der Seite des Verlags vorgestellt.

Die Autorin Ajana Holz ist Bestatterin mit Leib und Seele. Mit ihrem bundesweit mobilen Bestattungsunternehmen DIE BARKE begleitet sie seit über 20 Jahren die Toten in ihrem Übergang und die Lebenden beim Abschied und in ihrer Trauer. In diesem Buch widmet sie sich den vielen tabuisierten Themen rund um Tod und Bestattung.

Wie gehen wir als Gesellschaft mit unseren Toten um oder: Welchen Umgang lassen wir zu? Ist unser Körper „nur eine Hülle“? Und welche Folgen hat diese Annahme? Was ist alles bei einer Bestattung zu bedenken, was ist erlaubt und was nicht? Und was sollte sich daran ändern? Wie war unsere Bestattungskultur früher? Wie ist der professionelle Umgang heute?

Das Buch ist in folgende Kapitel aufgeteilt:

Mit unserer Liebe für die Toten …

Tod im Leben: Unser gesellschaftlicher Umgang
Wir lesen u.a. über „Nur die Hülle“? Folgen der Spaltung von Körper, Geist und Seele“ oder
„Zwischen Notwendigkeit und Körperverletzung“. So genau habe ich das bisher noch nicht gelesen oder überdacht, denn die Autorin erklärt in ihrem Buch „was so üblich sein kann bei einem Bestattungsunternehmen“. Ich gebe zu, es hat mich ein wenig erschreckt. Da wird ein Unterkiefer hoch gebunden oder Lippen mit Sekundenkleber verschlossen.
„Hebamme“ für die Toten
Sehr interessant und lesenswert, wie die Seelen-Hebammen arbeiten, welche anderen Bilder sie verwenden, es geht um Frauenweisheit und noch mehr: wie „DIE BARKE“ funktioniert und arbeitet
Für eine lebendige Bestattungs- und Trauerkultur!
Hier beginnt die Autorin mit den Trauerfeiern, die bunte Feiern des Lebens sein sollten … oder „40 Tage nach dem Tod: Eine erste Schwelle“
Von den sehr schweren Abschieden
Hier lesen wir über die plötzlichen Tode oder über den Tod von Kindern
Mit der Todin tanzen: Eine andere Kultur
Es geht u.a. um die bunten Feste Mexikos, Schamanin-Sein und dass die Toten mit uns sind
Wie will ich bestattet werden?
Hier lesen wir u.a. über Organspende, Vollmachten und Verfügungen. Die letzten Seiten im Buch helfen uns bei der Klärung unserer Wünsche für unsere eigene Bestattung: Ab Seite 196 geht’s los mit den „Wünschen für meine Bestattung“. Da steht beispielsweise: „Ich bestimme hiermit ausdrücklich, dass mein Körper weitestgehend in Ruhe gelassen, sanft, fürsorglich und natürlich behandelt werden soll. Will ich gewaschen werden? (Nur, falls nötig oder nach eigenem Ermessen; auf jeden Fall sanft und behutsam …)

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