„Und es leuchteten die Sterne“ Friedhofspaziergang auf dem Hönggerberg

Meine Schreibfreundin aus Cornwall erzählte mir vom schön gelegenen Friedhof Hönggerberg. Letzte Woche spazierten wir gemeinsam in die Höhe und ich entdeckte einen herbstlich farbenfrohen Friedhof in Zürich Höngg.

Mariella zeigte mir das Familiengrab. Aus Puccinis Oper Tosca ziert den Grabstein die italienische Textfassung: „E lucevan le stelle“ (und es leuchteten die Sterne). Die Familie liebt Musik: es wird und wurde gesungen oder Instrumente wie Geige oder Klavier gespielt. Wie schön und wie passend dieser Grabstein ist!

Der Friedhof liegt relativ klein auf einer Anhöhe mit Blick in die Stadt. Allerdings wird der Blick durch zahlreiche Bäume und Sträucher verdeckt.

Tiere, Blumen oder Instrumente sind oder zieren die Grabsteine aus Holz oder Stein.

Das aus Stein auf dem Boden liegende junge Pferd neben der Grabplatte hat mich besonders berührt. Es beschützt den Toten einerseits andererseits ist es als Weggefährte „einfach da“.

Interessant fand ich diesen Hinweis auf die Bretter, die man benutzen soll, damit die Gräber nicht zertrampelt werden. Macht insoweit Sinn, weil sie teilweise sehr eng beieinander liegen.

Die nächste Bildergalerie zeigt schön gestaltete alte Grabsteine, die gesammelt wurden und in einer Ecke des Friedhofs stehen, damit wir uns an ihnen erfreuen können.

Interessant die großen Steine, die Teil von Gemeinschaftsgräbern sind.

Gemeinschaftswiese

Bei den nächsten Fotos wird sich Sigrid, die Naturschützerin freuen …ein naturbelassenes Grab mit verschiedenen Steinen oder ein Blumengrab auf dem sich ein Kohlweissling niederliess.

Pilze auf der Wiese … verschiedenste Formen und Farben

Holzstelen für den einbezogenen Waldfriedhof, die als Gemeinschaftsgrabstein stolz da stehen

Die nächsten drei Fotos zeigen aufgeschüttete Erde vor den Grabsteinen. Die Gärtner sind fleißig. Bald kommen die Herbstblumen in die Beete.

Die Stadt Zürich schreibt zum Friedhof Hönggerberg: „1948 ersetzte der 57’290 m² grosse Friedhof Hönggerberg den alten Kirchhof Höngg für das wachsende Quartier. 2003 wurde zudem im Wald, der am Nordwesten an den Friedhof angrenzt, eine 3,3 ha grosse Fläche zur Aschenbeisetzung eingerichtet“.

Mit diesem Stern aus Mariellas Familiengrab möchte ich meinen herbstlichen Spaziergang beenden.

Es ist immer wieder schön für mich auf einem Friedhof zu verweilen, die Grabsteine zu bestaunen und mir vorzustellen, wie der Mensch wohl gelebt hat, der dort ruht.

Diese besonderen Sterne aus Blattgold auf dem Grabstein haben mich glücklich nach Haus gehen lassen.

„Und es leuchten die Sterne“, immer wieder. Puccinis Arie wird uns überleben.

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