6.11. Leere füllen? Leere aushalten!

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Ihr erinnert euch an meinen Post vom 29. Oktober … die Karte „Leere füllen“ habe ich euch vorgestellt. Ich habe Worte und Zeilen gefunden um die Leere zu füllen. Habe mich gefragt um welche Leere es denn geht. Die Leere, die entsteht wenn ein Mensch gestorben ist und eine Lücke hinterlässt? Die Leere in mir? Ich habe nach einer Metapher oder einem Bild gesucht:

Platzhalter, Lücke, Loch oder
eine Schale, Vase, ein Glas oder
Zeit, Pause, Lücke … all diese Dinge können leer oder gefüllt sein.

Was auch immer mir einfiel, ich konnte es füllen. Eine Schale mit Wasser und Rosenblättern. Zeit und Pausen werden gefüllt mit allem möglichen Tun … ein Platzhalter hat eine wichtige Funktion.

Mir begegnete unterwegs im Netz eine Antwort auf „Leere füllen“: Warum immer die Leere füllen? Sie einmal aushalten, ist die große Kunst. Die Leere lassen.

Man ist wie in einem Vakuum, wenn man die innere Leere spürt. Eine Leere, die den Geist und die Seele umfängt. Nicht schmerzlich, aber kühl. Klamme Hände legen sich auf dich und ziehen sanft in die eine und in die andere Richtung. Du fühlst dich wie unter einer Glasglocke. Du schaust raus und kannst nicht entkommen. Willst auch gar nicht entkommen, weil es zur Zeit keinen Weg gibt, kein Ziel. Du bleibst.

Vielleicht bist du resigniert. Traurig. Allein. Fühlst Dich vielleicht unverstanden. Sicher ist: du willst die Leere nicht füllen: nicht mit Gesprächen, nicht mit Kino oder einem Kneipenbesuch. Arztbesuche machst du auch keine aus, obwohl die Psyche jammert und der Körper ächzt. Du trinkst nicht und vermeidest die nächste Zigarette. Du stopfst dich auch nicht mit Essen voll.

Du kennst die Zeiten, da bist du weggerannt, hier und dort hingelaufen, hast gesucht und nix gefunden außer hohlen Worthülsen und belanglosem Zeugs. Die Leere aushalten und Hinspüren um was es eigentlich geht. Was willst und suchst du eigentlich?

Es gut finden, dass du für dich bist. Was sagen die anderen dazu? Du darfst alleine spazieren und Selbstgespräche führen. Du darfst mit deinem toten Vater oder deiner toten Mutter sprechen oder mit der toten Freundin ins Gespräch kommen. Ach, mit ihm, deinem Freund, magst du mal wieder ein Lied singen und an den Vers denken: Alles hat seine Zeit.

Das ist das Stichwort. Alles hat seine Zeit. Die Leere aushalten. Die Leere vielleicht! ein bisschen füllen. Der Leere auf jeden Fall nicht entfliehen. Die Leere mal festhalten und dich in ihr einhüllen wie in einen Mantel. Sie tröstet dich, der Mantel wärmt dich. Ich glaube, die Leere wird sich auflösen und du merkst es kaum. Alles hat seine Zeit. Die Leere vergeht. Dann bist du mitten drin und spürst es ganz genau. Mitten im Leben.

2 Gedanken zu „6.11. Leere füllen? Leere aushalten!

  1. Vielleicht ist die Aussage „Die Leere füllen“ eine versteckte Metapher für „Sich selbst wieder näher kommen“…denn ich selbst bin auch ein Eigenbrötler, liebe es für mich zu sein, und hatte gerade in Zeiten hoher „Sozialisation“ (z.B. Partys) das größte Gefühl von innerer Leere. Weil ich mir in diesen Moment selbst sehr fremd vorkam.

    Danke für den anstoßenden Text, und den Tipp mit der Karte 😉

    Liebe Grüße aus Dresden

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