Eine Frage an uns. Meine Antwort.

IMG_0841Dorothea Hillingshäuser fragte mich letzte Woche:

„Ihr schreibt jetzt seit Anfang 2015. Also seit 4 Jahren. Was bedeutet euch der Blog? Hat es etwas verändert in deinem Leben? Was bewirkt was Du hier machst?“

Wir gehen jetzt ins fünfte! Jahr mit unserem Blog, was mich sehr freut.

Ich fühle mich vor allem durch unsere Blogaktionen, die wir seit Anfang an regelmäßig organisieren inspiriert. Ich lerne von unseren Leser*innen und Schreiber*innen. Jede und jeder hat andere Gedanken, Gefühle, Vorstellungen. Das ist spannend!

Gerade eben habe ich die Rezension von Anjas Blog hier veröffentlicht und bin in das Buch von Nina eingestiegen: Emails vom Tod. Das tut was mit mir: ich denke nach, bin verbunden mit Anja, die das Buch gelesen hat und vorstellt aber auch mit der Autorin Nina: ich schaue in die jeweiligen Blogs und Websites, lese und lerne einen anderen Menschen kennen. Lerne andere Leben und Schicksale kennen. Das ist intensiv und bereichernd!

Ich versuche immer wieder neu im HIER UND JETZT zu leben und nicht allzu langfristig zu planen. Natürlich taucht am Horizont immer mal wieder eine Vision auf. So könnte es vielleicht ausgehen. Aber je mehr ich kurzfristig gestalte und den heutigen Tag vor mir habe, im HIER UND JETZT bin, schreibe und lebe, umso leichter geht es mir. Das JETZT ist machbar. Ich weiß nicht was mir die Zukunft schenkt. Es könnte vielleicht so kommen wie ich es mir ausdenke, aber ich bin zunehmend bei dem was ich jetzt erledigen will. Eigentlich wollte ich eine Liste schreiben, was ich heut erledigen will. Bin aber jetzt als erstes im Totenhemd-Blog hängen geblieben. Die Februar-Aktion inspiriert mich und macht was mit mir. Es ist gut so wie ich es heut morgen gestalte. Nebenbei läuft Musik: ich höre Mantras.

Wenn nicht jetzt wann dann? – ist ein Leitspruch für mein Leben geworden. Ausgelöst durch meine Weiterbildung zur Sterbe- und Trauerbegleiterin bei Jemanja. Ich hatte dazu ausführlich geschrieben. Wenn ich einen Gedanken oder Wunsch spüre … dann frage ich mich immer: Wenn nicht jetzt wann will ich es dann machen? Da geht es hauptsächlich um Hobbys, Vorhaben oder Reisen. Solange ich fit und gesund bin, möchte ich gern meine Wünsche wahr werden lassen. In einem Rahmen der mir, meinem Liebsten und der Welt gut tut.

Ich frage mich immer mal wieder und wenn ich nur noch eine kurze Zeit zu leben hätte? Wäre es gut wie es ist oder müsste ich etwas verändern? Dann beantworte ich mir oft: Es ist gut. Ich will aber jetzt noch nicht sterben. Möchte noch mehr im HIER UND JETZT leben. Noch mehr auskosten was ich täglich tue. Das ist die wahre Kunst abends zufrieden ins Bett zu fallen.

Seitdem wir in unserem Blog schreiben und auch von anderen lesen habe ich noch nie so viele Bücher über das Sterben und den Tod geblättert und hinein geschmökert. Gerade gestern – an Lichtmess – habe ich mit dem Lesen eines Buches begonnen, das schon länger auf meinem Lesestapel liegt. Darüber mehr dann aber in meinem Blogpost am kommenden Sonntag.

Seit zwei Jahren gestalte ich mit der Pfarrerin Andrea hier vor Ort das Death Café. Es findet viermal im Jahr statt. Das hätte es vor dem Start unseres Blogs oder meiner Weiterbildung nicht gegeben. Vielleicht findet das Death Café auch bald in Zürich statt. Ich bin mit einer anderen Pfarrerin dran.

Danke an Dorothea für die gute Frage! 🙂

5 Gedanken zu „Eine Frage an uns. Meine Antwort.

  1. Pingback: Was sich ändert, seit ich über´s Sterben rede | Totenhemd-Blog

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