19.2. Karin: Ich nähe mir mein Totenhemd

…. damit es zu Lebzeiten in meinem Schrank hängt und mich daran erinnert,
wie kostbar das Leben ist.

Nachdem ich von dem alten Brauch gelesen habe, schon zu Lebzeiten das eigene Totenhemd im Schrank hängen zu haben, entschloss ich mich – bis ins Innere davon berührt – im Zuge meiner Diplomarbeit, für den Abschluss zur Handarbeitslehrerin, mir mein Totenhemd selbst zu nähen.

Daneben begann ich mich auf die Suche zu machen nach alten und neuen Riten in der Welt, wie mit dem Tod und der Trauer umgegangen wurde und noch immer wird. Ein großer farbiger Teppich breitete sich vor mir aus, voll mit Informationen, Bildern, Bräuche, Gefühle und Gedanken. Ein ganz neues Land, das es für mich zu entdecken gilt und ich freue mich auf die Reise die noch vor mir liegt.

Um diesen Teppich zu vervollständigen habe ich mich an Petra gewandt um auf ihrem Blog Fragen in die Welt zu schicken:

Hängt bei Euch auch das Totenhemd im Schrank?
Ist es ein Tuch, ein Kleid, der Lieblingspullover?
Wie sieht euer letztes Kleidungsstück aus?
Und warum? Warum gerade dieses?
Warum ist es euch wichtig, dass ihr jetzt schon wisst, was euch angezogen wird?
Wie seid ihr auf die Idee eines Totenhemdes gekommen?

Mich interessieren all die Gefühle, Gedanken und Hintergründe, warum jemand sich für diesen Brauch entschieden hat und in welcher Form. Denn, bis jetzt kenne ich niemanden, welche/welcher dies macht. Im Gegenteil, ich werde in der Regel zuerst etwas seltsam angeschaut, wenn ich davon rede. Doch ich hoffe dies wird sich nun ändern und ich bekomme viele Fotos und Texte zu meinen Fragen, gerne per Mail.

Ich würde gerne die Informationen in meine Arbeit einfließen lassen. In welcher Form ist aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht klar. Sollte dies der Fall sein, würde ich selbstverständlich nochmals um konkrete Erlaubnis bitten.

Ich grüße Euch herzlichst
mit Vorfreude
Karin

Mail an Karin

4 Gedanken zu „19.2. Karin: Ich nähe mir mein Totenhemd

  1. Ich kenne niemanden mit einem Totenhemd im Schrank, aber Leute die ihr Hochzeitskleid aufbewahrt haben. Und Menschen die genug Geld sparen wollten für ihre Beerdigung, damit die angehörigen nicht so belastet davon sind. Ich hab erst vor wenigen Jahren mitbekommen wieviel das alles kostet.
    Bei mir war eher die Frage ob Sarg oder verbrennen – die Form der Beerdigung die ich mir vorstelle ist noch nicht erlaubt, also wohl doch der Friedewald. braucht es da ein Totenhemd. Für mich wäre der wichtigste Punkt das es ein natürliches Material ist. Ich finde es bei Särgen ganz unerträglich das die diese komischen Kissen usw. aus diesen merkwürdigen Stoffe sind, so glänzend, Und generell finde ich särge irgendwie unschön.
    Mir gefällt hier das bild sehr gut, weil die Stoffe so natürlich aussehen als wären sie aus Leinen oder so… es wäre aufjedenfall eine Überlegung wert, das mit dem Totenhemd, da wüßte ich wenigstens an einem Punkt das was nach meinem Wunsch geschieht.

    Gefällt mir

  2. Pingback: Termine zur Blog Challenge ab Aschermittwoch „Carpe diem“ | Totenhemd-Blog

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