Nach mir die Sintflut? 5 Typologien.

IMG_1287Wie denkst Du zu Deinem Lebensende bzw. zu den letzten Wünschen und Dingen, die organisiert und vorbereitet werden müssen? Denkst Du, Du hast noch ewig Zeit dafür? Bist Du der Meinung erst im Falle einer schweren Krankheit bleibt genügend Zeit um sich damit zu beschäftigen? Es soll Menschen geben, die selbst in den letzten Wochen NICHT über ihre letzten Wünsche sprechen möchten (und dann muss man es so akzeptieren).

Ich habe die Erfahrung gemacht und gespürt, es ist JETZT an der Zeit, die Sachen zu regeln. Klar kann ich mir wünschen 90 zu werden. Dann habe ich noch sehr viel Zeit um die letzten Dinge auf den Weg zu bringen. Aber weiß ich, ob ich morgen noch lebe? Wie wir wissen, kommt es meist anders als man denkt.

Manche Menschen wollen nicht ran an das Thema. Vielleicht weil sie es zu anstrengend finden. Je nach Vermögen, wird man umso mehr Zeit benötigen, um die Dinge klar zu kriegen.

Meiner Meinung gibt es 5 Menschentypen, die verdeutlichen, wie sie zu dem Thema stehen.

„Es ist alles geregelt“.
Die Fürsorglichen sind die Bewahrer und sorgen sich – um sich selbst und die Hinterbliebenen. Gerade eben habe hörte ich, dass ein hoch betagtes Ehepaar alles, aber auch alles geregelt und organisiert hat. Ihrem Sohn haben sie einen Ordner in die Hand gedrückt mit dem Hinweis: „Hier steht alles drin. Es ist alles geregelt. Du brauchst Dich um nichts zu kümmern“. Das Vermögen ist gerecht aufgeteilt. Selbst der Grabstein ist bestellt und bezahlt.

Die Falle: Klingt perfekt. Ganz sicher kann man sich erleichtert fühlen. Bei den Hinterbliebenen können eigene Gestaltungswünsche für die Trauerfeier auftauchen. Vielleicht müssen sie ein Grab pflegen oder eine Trauerzeremonie realisieren, die gar nicht in ihrem Sinne ist. Gut, wenn alles vorher besprochen wurde und alle Meinungen und Wünsche berücksichtigt wurden. Wenn nicht, kann auch hier Unmut entstehen. In der Regel wird sich aber das Gefühl breit machen, dass alles gut und „gerecht“ geregelt und organisiert ist.

„Von mir gibt’s nix“.
Ich kann mir vorstellen, dass so ein Geizhals öfters vorkommt als wir denken. Oder gibt’s den nur im Kino? Es wird viel Vermögen vorhanden sein, das in Stiftungen und sozialen Einrichtungen verteilt wird. Selbst kleinste Beträge und Nebensächlichkeiten werden aufgeführt und verteilt. Die Hinterbliebenen gehen leer aus. Dieser Typ will den anderen eines auswischen. So fühlen sie sich auch. Vielleicht sind sie froh, dass dieser Kauz oder diese Käuzin nun endlich unter der Erde liegt.

Die Falle: Dieser Mensch tut sich keinen Gefallen. Sein Herz scheint verkümmert und eng. Schon zu Lebzeiten hat er wenig her geschenkt und hat auf seinem Geld gehockt. Nicht mal seine Nachkommen sollen sich daran erfreuen. Schade eigentlich! Dafür freut es andere.

„Die anderen werden es schon richten“.
Sie vertrauen darauf, dass es die anderen richten werden. Sie schieben die Aufgabe, Last und die Verantwortung auf die Hinterbliebenen. Sie mögen sich gar nicht mit ihrem Hab und Gut befassen. Zu schnell wird ihnen selbst „schwindelig“ bei all der Fülle. Es mag liebevoll gemeint sein. Sie vertrauen darauf und finden die anderen vertrauenswürdig, dass sie sich um alles kümmern werden.

Die Falle: eine Erbengemeinschaft hat unterschiedlichen Bedürfnisse und Erwartungen. Es werden schnell Konflikte auftauchen. „Die anderen werden es schon richten“ bedeutet dann: wir müssen uns einen Anwalt nehmen. Denn die Vermögenswerte müssen zunächst festgestellt werden und dann gilt es die Pflicht- und Erbanteile zu berechnen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass dies sehr sehr kostspielig wird!

„Nach mir die Sintflut“.
Diese Haltung entspricht der vorherigen. Sie ist nur ausgeprägter, denn niemand weiß so recht Bescheid. Dieser Typus hat absolut gar keine Lust, sich mit seinem Nachlass zu beschäftigen. Vielleicht gibt es wenig zu vererben oder es ist so kompliziert, dass er oder sie keine Zeit und kein Geld investieren will. Viel Herz ist hier nicht zu spüren.

Die Falle: Okay, der oder die Tote kriegt tatsächlich nichts mehr mit, von wegen „nach mir die Sintflut“. Geliebt sterben geht jedenfalls anders. Die Hinterbliebenen fühlen sich ein bisschen „im Regen stehen gelassen“. „Sintflut herrscht“ – im wahrsten Sinne des Wortes. Ein großes Gerangel ist vorprogrammiert mit Zeit und Kosten verbunden. Gott bewahre!

„Niemand kommt zu kurz. Ich liebe Euch“.
Vielleicht ist dieser großzügige Mensch „der reiche Onkel“ oder „die reiche Tante“ aus Amerika? Vielleicht ist es aber auch der vermögende Vater oder die Mutter, die ein gut gehendes Unternehmen gegründet hat. Die Dinge und Geschäfte sind geklärt und gerecht verteilt zwischen den Nachkommen. Alle sind gut versorgt. Alles ist vorab verkündet und geregelt. Mit großem Herz und viel Liebe wird hier gehandelt.

Die Falle: mir fällt hierzu keine ein. Die Nachkommen und Hinterbliebenen werden sich gewertschätzt und geliebt fühlen und um diesen Menschen sehr trauern.

Zu welchem Typ Mensch gesellst Du dich denn? Wie Du weißt, gibt es immer auch Mischformen. Ich bin fürsorglich-liebend und mit meinem Mann dabei, die Dinge zu regeln. WIr verbringen gerade viel Zeit damit. Uns ist es wichtig, dass es in unserer Familie keinen Streit geben wird, wenn wir einmal sterben. Von Frau Lohmann in Frankfurt lassen wir uns beraten. Diese Investition lohnt sich.

Habe ich Deiner Meinung nach einen Typus vergessen? Dann schreibe mir hier.

Ein Gedanke zu „Nach mir die Sintflut? 5 Typologien.

  1. Pingback: Vorbereitet sein und dann abtanzen ;-) | Totenhemd-Blog

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