Schon Ihre Löffelliste geschrieben?

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letztes? Jahr in Zürich aufgenommen

Andrea Mohr, meine sehr geschätzte Coach-Kollegin und Netzwerkpartnerin aus Frankfurt, hat mir schon vor längerer Zeit den Tipp mit der Löffelliste gegeben. Den Artikel habe ich mir eben vorgeknöpft.

Die Löffelliste ist die Aufzählung von Dingen, die man „noch“ erleben möchte, bevor man den Löffel abgibt.

Bevor ich in den Artikel klickte, sind mir zwei ähnliche Themen in den Sinn gekommen: das Buch „1000 Orte, die Du vor Deinem Tod gesehen haben solltest“ und der Film mit Jack Nicholson und Morgan Freeman in „The Bucket list“ (Lief in deutschen Kinos mit diesem Titel: Das Beste kommt zum Schluss). Die beiden Protagonisten sind unheilbar erkrankt, überlegen sich, was sie vor ihrem Tod noch alles erleben wollen und ziehen los und erleben Aufregendes. Haben Sie den Film gesehen?

Denken Sie: „Jaja, kenn ich längst: Alles das, was ich vor meinem Tod noch tun und erledigen möchte, aufschreiben“. Denken Sie auch: „ich hab ja noch Zeit. Sterben interessiert mich grad nicht“.

Sie haben recht – bei diesem Frühlingswetter, was ein Thema! 😉 Und doch braucht es irgendwann Zeit, sich einmal zu überlegen, wie es grad so steht mit dem Leben und was man von ihm will.

Wie viele plötzliche Tode werden eigentlich gestorben? Denn auch ich denke oft genug: Ich hab ja noch genügend Zeit. Und doch liest man immer wieder über plötzliche Tode oder erlebt sie im direkten Umfeld. Die Frage, die wir uns dann stellen: „Habe ich alles geregelt?“ oder „Lebe ich so, dass ich jederzeit sterben könnte?“.

Mit welchem Alter beginnt man seine Listen zu schreiben und die Dinge zu tun,  die man unbedingt tun will, bevor man den Löffel abgibt? Mit Ende 50? Mit 60, mit 65? Früher? Später? Was denken Sie?

Also. Zurück zur Löffelliste. Ich fange mal an.

Das ist, was ich in der nächsten Zeit an organisatorischen Dingen erledigen will:

Mein/unser Testament dingfest machen! – wir haben einen Termin mit unserer Anwältin gemacht!

Die Patientenverfügung in das entsprechende Formular übertragen. Dabei auch noch einmal die Organspende überdenken. Formular liegt vor mir.

Mein Totenhemd bestellen / nähen lassen.

… und noch ein paar Menge Dinge, die ich hier nicht veröffentliche …

Mit Annegret einen Termin machen fürs Sticken.

Was ich wirklich in meinem Leben noch tun / lernen / erleben will:

  • Eine Kuh melken!
  • Wenigstens noch einmal nach Hongkong reisen!
  • Angkor Wat bereisen, Burma …
  • Noch einmal nach Neuseeland und Australien reisen.
  • Mit meinem Mann noch einmal eine „china-by-bike-tour“ machen: Vielleicht 2016 in Taiwan!
  • Weiter Chinesisch lernen.
  • Milonga tanzen
  • ….

In dem Artikel über die Löffelliste wird auch das Buch der australischen Krankenschwester Bronnie Ware genannt. Sie landete einen Weltbestseller mit „5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“. Diese 5 Dinge sind wahrscheinlich das Interessanteste in diesem Buch. Es hat leider neben den guten auch sehr schlechte Bewertungen. Am häufigsten beklagt wurde am Lebensende, um nur zwei zu nennen:


4.     Ich wünschte, ich hätte mehr Kontakt zu meinen Freunden gewahrt.
5.    Ich wünschte, ich hätte mir selbst mehr Glück zugestanden.

Alle 5 Dinge lesen Sie in diesem sehr lesenswerten Aritkel über die Löffelliste. Sie entdecken außerdem interessante Fragen, für die Sie sich einmal Zeit nehmen sollten, um sie zu beantworten.

Ich hörte letztens diesen sehr guten Satz: Gott gebe mir die Kraft, stündlich sterben zu können. (ist wahrscheinlich einen eigenen Artikel wert).

In diesem Sinne … schreibe ich mal an meiner Patientenverfügung weiter. Und Sie so?

7 Gedanken zu „Schon Ihre Löffelliste geschrieben?

  1. Pingback: Bevor ich sterbe, will ich … eine Kuh melken | Totenhemd-Blog

  2. Pingback: Lebe ich so, dass ich stündlich sterben könnte? | Totenhemd-Blog

  3. Liebe Petra, den Film habe ich gesehen, ist schon ein paar Jahre her. Dreamteam, Lacher, ernster Hintergrund. So ein richtig guter alter Film halt. Tatsächlich versuche ich, jeden Tag so zu leben, als könnte es der letzte sein, aber erst, seit mir das wirklich WIRKLICH klar ist. Vielleicht ist das der Knackpunkt, dass es eine persönliche Erkenntnis der eigenen Sterblichkeit geben muss. Die kann man nicht planen, und sie ist unangenehm.
    Aber danach wird Vieles einfacher. Die Löffellliste ist die positive Seite dieser Erkenntnis. Da steht bei mir drauf: der Potala in Lhasa; ein drittes Mal China (hat sich gerade so angeschlichen über ein paar Reportagen im Internet); merkwürdig: mein Haus verlassen, mit Absicht; Umsiedeln an einen Platz, an dem es immer warm ist, mag er noch so bescheiden sein. Wer mich wie unter die Erde bringt, ist mir wurst; ich muss es ja nicht mehr erleben ;). Orga-Kram für vorher ist seit Jahren geregelt, seit der oben erwähnten Erkenntnis.
    Fazit: du hast Recht, wer sich übers Sterben Gedanken gemacht hat, lebt besser.

    Gefällt 1 Person

    • Liebe Ellen, schön, dass Du hier vorbei gekommen bist :-). Und was Du uns hier schreibst, lese ich wirklich gern und stimmt mich „ernst“. Meinen Respekt hast Du, dass Du jeden Tag versuchst so zu leben, als wenn es der letzte sein könnte … Yesss! Ich bin noch dran, aber es wirkt schon …

      Ich denke nun darüber nach, was Du schreibst: Umsiedeln an einen Platz, an dem es immer warm ist … mag er noch so bescheiden sein. Vielleicht treffen wir uns dorten ;-)?

      Herzlich vom See. Petra

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  4. Bin gerade mitten im „Regeln“: Patientenverfügung aktualisiert, Bestattungsregelung aktualisiert, Testament fast fertig und dann muss noch die Excelliste für die Beerdigungsliste (wer soll eingeladen/ informiert werden) gemacht werden – das ist am Schwierigsten. Sehr cool: wenn ich die habe, kann ich locker meinen 50. Geburtstag organisieren.
    Interessant, wie sich nach 7 Jahren doch so viel in meinem Leben, meiner Haltung zu den Dingen und den Menschen verändert hat.

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