Über Annegret Zander

Theologin und Playing Artist

#hanaumanifestoflove und unsere Blogaktion

87458619_2763001970479781_3307274703688695808_nIhr Lieben, als wir unsere BlogAktion planten und den Text dazu schrieben, war in Hanau noch alles friedlich und bunt wie immer. Ich, Annegret arbeite in Hanau. Die Gewalt, mit der hier junge Menschen aus dem Leben gerissen wurden hat die Menschen dieser Stadt tief traurig gemacht. Ich habe heute eine schweigende Kunstaktion gemacht, #hanaumanifestoflove.

Schaut mal bei Facebook rein. @totenhemdblog

Schweigend, weil die Worte fehlen. Und schon zu viel geredet wurde. Dennoch und immer wieder ist es uns wichtig, mit unserer Blogaktion einzuüben, übers Sterben zu reden. Es bereitet uns vermutlich nicht auf den Tod vor, aber es hilft uns, im Kontakt mit den Menschen zu bleiben und reden zu können, wenn es dran ist. Nicht nur mit unseren Lieben, auch mit den Menschen, die plötzlich vor uns stehen. Die Gleichzeitigkeit von Trauma und Leichtigkeit, von Gewalt in der Nacht und Frühlingsvogelgezwitscher am Morgen irritiert uns zutiefst. Und so ist das im Leben.

Und hier steht er nun also, der Text, den wir schrieben, als alles noch friedlich war. Und wir hoffen, ihr macht mit. 

Danke für Eure Friedhofsspaziergänge!

IMG_4485Ein grauer Samstagmorgen. Gestern habe ich meinen Hausaltar entstaubt, poliert und ein paar Tannenzweige darauf gelegt.  Zwei einfache Sterne aus Palmblättern dürfen sich schon zeigen. Die ganze Woche über hatte ich – nach und nach – das kleine Tod, meine Sugarskull-Köpfe und den großen Löffel aus den Blättern, Kastanien und Kürbissen heraus gepflückt, die meinen Hausaltar so bunt gemacht hatten. Die Kerze, die für meine Toten brannte, ist ausgebrannt.
Gestern bin ich in den ersten Weihnachtsmarkt geraten. Laut, voll, alkoholisiert (nicht ich ;-)). Wie ruhig waren doch die Spaziergänge, die ich über den Friedhof gemacht hatte. Und wie besonders und anrührend waren die Gänge,  die wir mit Euch machen durften!

Petra und ich waren wieder ganz beeindruckt und selig, was wir von euch bei unserer 5. November-Blogaktion „Friedhofsspaziergänge“ lesen und weitergeben durften. (Hier noch mal alle im Überblick) Das waren ganze Bildungsreisen, Forschungsprojekte, ein Sich-Einlassen auf einen Ort, der mal ganz still und überraschend leer, mal mit Generationen-Leben gefüllt war.  Sie führten uns nach Weiterlesen

Deine Handschrift

Grab-Unterschrift co Annegret Zander

Zwischen Steinen, Putten und Blättern
Im Herbstblätterrascheln unter Ferienfliegerlärm
neben Gieskannen und stillgelegten Wasserstellen
unter Allerheiligengestecken und laminierten Abschiedsbriefen
mitten in der Herbstallee
trifft mich
deine Handschrift
nach über 80 Jahren kaum verwittert

was für ein Schwung

hast dich dem Leben eingeschrieben

Ein Beitrag zu unserer Blogaktion „Friedhofsspaziergang“

„Aufgesetzet is“ – Bayrischer Abend mit Bully, Bier und Boanlkramer

Oktoberfest speziell : Bin beim Bayrischen Abend mit Weißwurst, Brenzn, Weißbier und Film…

Der Brandner Kaspar lässt sich nicht vom Boanelkramer (Knochensammler) holen. Oh nein. Er wird 90 wie sein  Großvater. Dafür sorgt er vehement und mit allen Tricks. Der Tod hat das Nachsehen, übt sich an höchster Stelle in Notlügen- und passt sein Geschäft zwischenzeitlich den neuen Zeiten an. Bully Herbig hat in 2008 den wunderbaren Film „Brandner Kaspar“  rund um eine bayrische Geschichte gestrickt, wie einer dem Tod ein Schnippchen schlug. Er erzählt mit und über Lebenslust. Viel Bier und Genuss. Ein Prosit auf den, der anrückt,  wenn für uns der Abgang aufgesetzet ist!

 

Ein Visionsboard erstellen

Bildschirmfoto 2019-05-05 um 20.40.26Vor ein paar Wochen hatte ich die große Freude, mit Studierenden der Medizin ´, Theologie und anderen Fächern über den Totenhemd-Blog zu sprechen. Die Diskussionen gingen offenbar über den Abend noch weit hinaus. Ziel erreicht!!!

Lara Hitzemann erzählte mir an jenem Abend vom Visionsboard und hat uns den folgenden Text dazu geschrieben, den ich hier gerne veröffentliche:

„Ein Visions Board erstellenBildschirmfoto 2019-05-05 um 20.39.34

Weshalb bringe ich ein Visionsboard mit dem Thema Tod in Verbindung? Ganz einfach, es ist eine visuelle Erinnerung an die Dinge im Leben die uns Freude und Motivation bereiten. Weiterlesen

Zum Sterben hinlegen

582DB2F2-2E30-4264-8C11-3EC0FEA79B05Als Helmut nicht mehr zu Hause leben konnte, beschloss er zu sterben. Er hörte auf zu essen, legte sich hin und starb binnen zwei Wochen.

Als Fritz mit 95 Jahren nach einer Erkältung schwächelte, wollten ihn die Pflegerinnen wieder aufpäppeln. Mit Astronautenkost oder so was in der Art. “Wohin wollen Sie ihn denn päppeln?“ fragten Tochter und Schwiegertochter. „Er hat gerade seinen 95. Geburtstag gefeiert und findet das sei alt genug.“ Die Pflegenden wunderten sich. So etwas hören sie nicht alle Tage. Meist soll das alte Leben weiter und weiter gehen. Weiterlesen

Was sich ändert, seit ich über´s Sterben rede

IMG_2328Unsere Blogaktion „Was kommt danach“ wurde ja durch das Nachfragen von Dorothea Hillingshäuser initiiert, die zurzeit an einem Heft zu diesem Thema arbeitet. Sie stellte uns drei Fragen. Petra hat sie so beantwortet…

Hier jetzt meine Gedanken dazu.

Was bedeutet euch der Blog?
Ich habe vorher noch nie mit jemand so dauerhaft und durchaus detailverliebt ein Thema verfolgt. „Über das Sterben reden“ ist in der Tat ein wichtiger Bestandteil unserer Freundschaft. Das macht immer noch total Spaß und hat was von Detektivarbeit. Ich bin immer noch mit unserer ursprünglichen Haltung unterwegs: wir machen das, weil und solange wir Lust dazu haben. Es ist ok und gewollt, dass wir hier schreiben und posten wie wir können, ohne Hochglanz-Ziele oder Druck. Ich habe im letzten Jahr so wenig Zeit zum Schreiben gehabt. Aber dafür war ich umso mehr im Gespräch darüber. Ich denke viel und auf vielfältigen Ebenen über „Sterben“ nach. Aktuell gerade wieder darüber, wie ich meine ethischen Vorstellungen in meine Patientenverfügung bringen kann. Darüber hoffentlich bald mal mehr. Weiterlesen

Land in Sicht

„Was kommt nach dem Tod?“ fragen wir in unserer aktuellen Blogaktion. Eine Verbündete in Sachen „Spiritualität und Schreiben“ brachte kürzlich ein Lied von Rio Reiser  ins Spiel: „Land in Sicht“. Ein Paar, wünschte sich für das Ehejubiläum dieses Lied, wissend dass die Frau in absehbarer Zeit sterben wird.

 

Was für eine Fülle von Bildern, dazu die Musik und Reisers Stimme, die den schwierigen Weg nicht verschweigen, aber der Leichtigkeit und Hoffnung das letzte Wort, den letzten Ton widmen. Ich glaube sowieso, dass ich beim dem Thema nur mit Poesie weiterkomme…

Der Text von Rio Reiser

Land in Sicht, singt der Wind in mein Herz. Weiterlesen

Fürchte mich nicht

Fürchte mich nicht!

Heute beginnen wir mit unserer Blogchallenge 2018: Mento Mori – Lebendig die Toten und an den Tod erinnernbei der Ihr auch noch spontan einsteigen dürft! Das Gespräch über den Tod in die Normalität zu bringen, ist schon lange unser Ansinnen. Mit unserer Challenge möchten wir uns und Euch herausfordern, dies bunt und kreativ zu tun!

Ich wollte eigentlich groß rauskommen mit der Patientenverfügungsparty. Ich hab auch schon ne kleine Gästeliste, aber mein Arbeitsalltag lässt gerade wenig Lücken. Also brüte ich weiter über der Idee und verteile derweil flugs diese selbst hergestellte DinA6 Karte im öffentlichen Raum und unter Leuten. Und schau mal was passiert. Es wird noch Dokufotos hier in meinem Post geben.